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  1896 Daimler Lkw



Ungewöhnlich, die große Abdeckung unmittelbar hinter der Vorderachse. Sie enthält den Motor und vor allem die verschiedenen Riementriebe, die durch Veränderung der Achsabstände eine leicht zu realisierende Kupplung und durch zusätzliche mit verschiedenen Raddurchmessern ein Getriebe ergeben. Natürlich muss man immer die relativ geringe Leistung von ca. 4 kW im Hinterkopf haben, sonst wäre ein solcher Antrieb mit Lederriemen wohl überhaupt nicht haltbar. Immerhin werden je 1250 kg Leergewicht und Nutzlast transportiert.

Zusätzlich muss man wissen, dass diese ersten Lkw die Leute nicht gerade vom Hocker reißen. Die potentiellen Käufer stehen nicht Schlange, denn ein starkes Brauereipferd ist vielleicht etwas langsamer, bringt aber eine deutlich höhere Nutzlast. Es muss auch nicht andauernd zum Schmied in die Reparatur und fortwährend an allen möglichen Stellen mit Öl versorgt werden. Und das Futter wird nicht 10-Liter-weise in der Apotheke gekauft. Dann ist da noch die Konkurrenz der Elektro- und Dampfwagen, die beide letztlich mit Kohle gefüttert werden können.

Personenwagen oder gar speziell für Rennen hergerichtete Fahrzeuge haben ihre Käuferschicht in der High-Society, aber Nutzfahrzeuge sollen unbedingt wirtschaftlich sein. Hier müssen die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten in einem guten Verhältnis zu dem erzielbaren Gewinn stehen. Das hält die Serie sehr klein und trägt wiederum nicht gerade zur Kostensenkung bei. Ein Glück, dass Gottlieb Daimler noch manche andere Anwendung für seine Motoren ausprobiert.

Wenn auch die Räder und deren Aufhängung sehr nach Kutsche aussehen, hat das Gefährt doch immerhin eine Achsschenkellenkung, ohne die es wahrscheinlich bei voller Beladung wohl nicht vernünftig lenkbar wäre. Der Fahrer sitzt zwar wie auf einem Kutschbock, hat aber einen gewissen Schutz seiner Beine gegen Wind und Wetter. Insgesamt aber wird es noch eine ganze Zeit dauern, bis sich Daimlers Lkw und Busse in der Welt durchsetzen. 04/09


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