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Formelsammlung


















































  1886 Benz Dreirad



MotorEinzylinder
Hubraum (Bohr.* Hub)954 cm³ (91,4 mm * 150 mm)
KühlungWasser (Verbrauch)
Wasserverbrauchca. 100 l/100km
GemischaufbereitungVerdunstungsvergaser
Leistung0,55 kW (0,7 PS) bei 400/min
Spätere Nachmessung0,7 kW (0,9 PS) bei 400/min
Kraftstoffverbrauchca. 10 l/100km
BauartHeckmotor mit Heckantrieb
ReifenVollgummi
Leergewicht265 kg ohne Fahrer(in)
Tankinhalt1,5 Liter
Reichweiteca. 15 km
Höchstgeschwindigkeit16 km/h (höchste Übersetzung)
Baujahr1886 - 1894
Kaufpreisab 2750 Mark

Vor 130 Jahren zum Patent angemeldet

Am 26. Januar 1886 meldet Karl Benz (da schreibt er sich noch mit 'K') seinen Motorwagen zum Patent an. Diese Geburtsurkunde des Automobils mit Verbrennungsmotor DRP 37435 gehört seit 2011 zum UNESCO- Weltdokumenterbe, das unter anderem auch die Gutenberg-Bibel, die Magna Carta und die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach umfasst.

Erstes funktionsfähiges Viertakt-Fahrzeug der Welt

Der Motor ist laut Patentschrift für "leichte Fuhrwerke" und "kleine Schiffe" zur Beförderung von "ein bis vier Personen" geeignet. Die erste Fahrt unternimmt Karl Benz am 3. Juli. Obwohl es Widerspruch besonders aus Frankreich und Italien gibt, muss man doch anerkennen, dass hier nicht nur ein mehrspuriges Fahrzeug mit Viertaktmotor erstmalig mit flüssigem Kraftstoff einen bestimmten Weg zurücklegt, sondern danach auch die Entwicklung von Kraftfahrzeugen entscheidend vorantreibt.

Jede Ausfahrt birgt ein Risiko.

Die Presse verfolgt das Projekt mit positiven, aber auch vielen negativen Schlagzeilen. Auch stellt sich trotz großer Anerkennung kein Geschäftserfolg ein. Seine beiden Söhne Richard (13) und Eugen (15) und seine Frau ergreifen schließlich ohne sein Wissen die Initiative und riskieren 1888 die erste längere Fahrt (über 100 km) von Mannheim nach Pforzheim. Auf eisenbeschlagenen Holzrädern mit lederumspannten Klotzbremsen ist das schon eine Leistung.


Bei zahlreichen Zwischenfällen sind improvisierte Lösungen oder Hilfe von Fachleuten (z.B. dem Dorfschmied) nötig. Die verstopfte Kraftstoffzufuhr muss wieder gangbar gemacht werden. An Steigungen muss z.T. geschoben, größere Bergstrecken müssen umfahren werden. Bergab ist wegen der lederumhüllten, verschleißträchtigen Klotzbremse oft noch schwieriger. Das Trio kommt zunächst aber nur bis zur Apotheke in Wiesloch. Durch den Verkauf von 10 Liter Ligroin (Leichtbenzin) wird diese zur ersten 'Tankstelle' der Welt. Neben Kraftstoff wird mehr als das Zehnfache an Wasser gebraucht, da es durch seine Verdampfung die einzig wirksame Kühlquelle für den Motor ist. Schon bei Dunkelheit kommt man in Pforzheim an, obwohl man frühmorgens losgefahren ist.

Rückfahrt oft nur mit fremder Hilfe möglich.

Erst wenn man den Nachbau dieses Wagens einmal in Fahrt erlebt, begreift man etwas von den Schwierigkeiten. Dabei sind die Bedienungsmechanismen leichtgängig. Jedoch sind die Übersetzung und z.T. auch die Motordrehzahl nicht wirklich regelbar. Deutlich ist die Leerlaufdrehzahl höher als die bei Fahrt. Eigentlich gibt es nur ausgekuppeltes Anhalten oder relativ gleichmäßige Fahrt, solange keine Steigung kommt. Dabei hält sich die Lautstärke bei deutlich wahrnehmbaren Zündungen des Zylinders in Grenzen. 01/16



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