Er ist nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland der kleinste und vor allen Dingen der leichteste unter den Kleinwagen. Zufällig trifft der Name des Entwicklers, Paul Kleinschnittger, auch noch ziemlich gut auf das Produkt zu. Die Entstehungsgeschichte des Wagens geht schon auf den Anfang des Krieges 1939 zurück. In mühevoller Kleinarbeit entsteht aus allen möglichen Abfallprodukten ein Auto, das man, statt den Rückwärtsgang einzulegen, einfach an einer Seite anheben und umdrehen kann.
Der Erfinder ist seiner Zeit voraus. Er sieht bereits, dass sich die Menschen irgendwann vom Motorrad als Transportmittel abwenden und dem Auto mit Dach zuwenden werden. Aber das muss bezahlbar sein, in Anschaffung und Unterhaltung. Deshalb der 150-cm³-Zweitakter von ILO mit Fahrtwindkühlung, der die Vorderräder ohne Ausgleichsräder antreibt. Nur ein Freilauf an jedem Rad ermöglicht die spannungsfreie Kurvenfahrt. Die Federung hängt an Gummibändern, die für wenig Geld ersetzt werden können.
Die Produktion des neuen Wagens beginnt in Arnsberg in Nordrhein-Westfalen. Schon früh wird er auch exportiert. Es melden sich nicht immer redliche Lizenznehmer, die sich zwar umfassend informieren und mit Teilen versorgen lassen, dann aber den Wagen unter fremdem Namen vermarkten, ohne Lizenzgebühren zu bezahlen. Im Laufe der Zeit werden besonders verschleißträchtige Bauteile verändert und auch der Kofferraum vergrößert sich durch Verlegung des Reserverades nach außen. Pläne für eine kleinere und besonders eine stärkere Version werden nicht mehr verwirklicht. Vor deren Serienanlauf geht der Firma die Puste aus. Was bleibt, ist ein interessanter Beitrag zu der Frage, wie klein und leicht kann man eigentlich ein Fahrzeug mit eigenem Antrieb gestalten.