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2008 California
2007 430 Scuderia
2006 599 GTB Fiorano
2005 F 430
2004 612 Scaglietti
2002 Formel 1
2002 Enzo
1997 333 SP
1996 550 Maranello
1995 F 50
1994 F 355
1992 456 GT
1989 F 348
1987 F 40
1984 Testarossa
1982 Mondial quattrovalvone
1976 400 automatic
1976 BB 512
1975 308
1974 312 B3
1974 308 GT 4
1972 400 A 2+2
1970 365 GTS
1969 246 GTS
1968 365 GTB 4 Motor
1968 365 GTB 4
1965 Dino 206 GT
1964 158 F1
1964 275 GTB
1964 330 GT
1963 250 LM
1962 250 GTO
1960 250 GT
1958 TR 58
1954 Mondial
1954 Monza
1952 375 America
1952 340 Mexiko
1948 166
1947 125 S
1945 Motor 125 S
1940 AAC 815



  Luca di Montezemolo
       






Luca Cordero di Montezemolo ist am 31. August 1947 in Bologna als Jüngster in eine berühmte Familie mit berühmten Ärzten, Offizieren und sogar einem Kardinal hineingeboren. Er beschließt sein Jura-Studium 1971 mit summa cum laude. Erweitert wird dies während seiner Arbeit bei einer Sozietät in New York an der Columbia University.

Die im Rahmen seiner Möglichkeiten recht erfolgreiche Teilnahme an Autorennen ist sein Hobby während seines Studiums und seiner ersten Anstellung noch in Rom. Er wird 1973 Rennleiter bei Ferrari, just in einer Zeit, da es nicht gut um die Rennabteilung bestellt ist. Enzo Ferrari hat gesundheitliche Probleme, während die Firma gerade jetzt auf vielen Gebieten aktiv ist.

Legendär sind die Erfolge bei den Sportwagen. Der enorme Ruhm von Ferrari in der Formel 1 ist gegen starke britische Konkurrenz in den Sechzigern etwas verblasst. Man munkelt von zu vielen ungenügend beackerten Feldern. Montezemolo soll es richten, mit dem Vertrauen von Fiat-Chef Agnelli (40%-Anteilseigner) im Rücken.

Es beginnt die Zeit des Aufstiegs von Niki Lauda bei Ferrari. Er und der noch junge Montezemolo verstehen sich offensichtlich gut. Man sagt ihm ein großes Redetalent und gute Verbindungen zu wichtigen Firmen in Rom und New York nach. Er gilt als Spezialist für internationales Recht.

Die Formel 1 wird für Ferrari deshalb wieder wichtig, weil deren Rennen zum festen Bestandteil des Fernsehen avancieren. Das verspricht Werbung, ganz anders als bei selten übertragenen Sportwagenrennen. Die Rennstrecken sind in der Regel so kurz, dass sie komplett mit guten Positionen der Kameras abgedeckt werden können.

Sportlich geht es enorm aufwärts in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts mit drei Fahrer- und vier Konstrukteurstiteln in der Formel 1. Bei den Straßenfahrzeugen gibt es die wichtige zweite Schiene mit V8- neben den bisherigen V12-Triebwerken. Nach dem halbherzigen V6-Versuch mit einem 246 ohne Ferrari-Emblem gibt es jetzt eine etablierte Baureihe. Besser als zur ersten Öl-Preis-Krise konnte der Zeitpunkt nicht gewählt sein.

Natürlich ist da immer noch der Chef Enzo Ferrari, dessen Vertrauen zwar Montezemolo genießt, der aber so etwa bis zu seinem Tod 1988 das Heft in der Hand hat. Seine Autorität ist ungebrochen. Man hat Erfolge hinter sich mit über 2.000 produzierten Fahrzeugen 1979, 3.000 1985 und 4.000 1988, trotz der großen Streikwelle 1981/82. Nach Ferraris Tod durchlebt Ferrari eine schwere Zeit.


Montezemolo ist ab 1977 in anderen Bereichen von Fiat und ab 1982 Direktor einer ebenfalls zum Agnelli Konzern gehörenden Firma Cinzano Vermouth. Hinzu kommen noch diverse Aufgaben im Hochsee-Segelsport (Americas Club) und der italienischen Fußball-Weltmeisterschaft 1990.

Ferrari geht es inzwischen immer schlechter. Seit 1983 gab es keinen Titelgewinn mehr. Die Hälfte der Produktion hat man verloren. Montezemolo selbst beschreibt sogar die schlechte Qualität von Ferrari. So wird er von dem inzwischen 90-Prozent-Eigner Agnelli 1991 zum Chef und gleichzeitig Feuerwehrmann eingesetzt. Es wird noch acht bzw. neun Jahre bis zum nächsten Titelgewinn dauern.

355, 360, 430, 550 Maranello und Enzo, das ist seine Erfolgsbilanz bei den Straßenfahrzeugen. Unter seiner Regie wird 1997 Maserati eingeordnet und inzwischen ebenfalls wieder zu einer respektierten Marke. Vielleicht sein größter Coup ist 1993 die Verpflichtung von Jean Todt als Teamchef und Ross Brawn als Technischer Direktor und Michael Schumacher nach dessen zwei WM-Titeln im Benetton Renault zur Saison 1996. 87 Rennsiege von insgesamt 221 Grand-Prix-Erfolgen holt Ferrari von 1996 bis 2006/2007.

Von 2000 bis Ende 2004 gewann dieser fünf Mal den WM-Titel und Ferrari sechs Konstrukteurstitel. Montezemolo folgt dem 2004 verstorbenen Agnelli-Bruder Umberto in den Fiat-Aufsitzsrat. Jetzt legt er gezwungenermaßen sein Amt als Chef von Ferrari nieder. Dem erfolgreichen Geschäftsbereich stehen seit 2008 zu wenig Erfolge im Sportbereich gegenüber.

Fiat Chef Sergio Marchionne wird selbst nun auch Ferrari führen. Vermutlicher Auslöser dieser Aktion ist offensichtich nicht nur das schlechte Abschneiden in Monza, sondern auch der bevorstehende Börsengang der FCA-Gruppe. Montezemolo ist mit 30 Mio. Euro abgefunden, je zur Hälfte für die vertraglich zugesicherten Jahresgehälter und einem bis 2017 geltenden Verbot, für einen anderen Rennstall zu arbeiten.

Vielleicht wird ja mit Montezemolo einer letzten Kritiker an Fiat-Chef Marchionne und dessen Crashkurs der letzten Jahre 'gegangen'. Langeweile wird er bei seinem seit jeher üblichen Engagement für viele Firmen und Instutionen ohnehin nicht verspüren. 09/14

Ferrari wird eine wichtige Rolle innerhalb der FCA (Fiat-Chrysler Automobiles) im bevorstehenden Börsengang an der Wall Street spielen. Das wird uns eine neue, andersartige Phase bescheren, die nach meinem Gefühl der Vorstandsvorsitzende der Gruppe mit Engagement verfolgen sollte.

Dies ist das Ende einer Ära und so habe ich mich entschlossen, meine Position als Vorstandsvorsitzender nach fast 23 fabelhaften und unvergesslichen Jahren als Ergänzung zu denen, die ich an der Seite von Enzo Ferrari in den 70ern verbracht habe, aufzugeben.

Mein Dank gilt zuerst und allermeist den Frauen und Männern in der Fertigung und den Büros, der Rennabteilung und der weltweiten Vermarktung. Sie waren die wirklichen Architekten des spektakulären Wachstums der Firma, den vielen unvergesslichen Siegen und deren Übertragung in eine der stärksten Marken auf der Welt.

Einen herzlichen Abschiedsgruß und mein Dank auch an unsere technischen und kommerziellen Partner, unsere Vertretungen rund um den Globus und sehr besonders unseren Kunden und Sammlern, deren Leidenschaft ich aus ganzem Herzen teile.

Aber mein Dank geht auch an unsere Fans, die uns immer mit großem Enthusiasmus unterstützt haben, besonders in den schwierigen Zeiten der Scuderia.

Ferrari ist die wunderbarste Firma in der Welt. Es war ein großes Privileg und eine Ehre, ihr Leiter gewesen zu sein. Ich widmete ihr über die Jahre all meinen Enthusiasmus und mein Engagement. Zusammen mit meiner Familie war sie das Wichtigste in meinem Leben und wird es weiterhin sein.

Ich wünsche den Anteilseignern, besonders Piero Ferrari, der immer an meiner Seite war, und allen in der Firma noch viele Jahre den Erfolg, den Ferrari verdient.




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