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1961 DKW 1000 S




Die Ära der windschnittigen Karosserie geht langsam zu Ende. Man schätzt mehr die kubischen Formen, aber darauf müssen DKW-Käufer/innen noch ein paar Jahre warten, zumindest in dieser Leistungsklasse. Vorn mag der langsame Anstieg ja noch angehen, bis auf nicht so günstige Übersichtlichkeit vielleicht. Aber hinten bleibt bei ähnlicher Schräge relativ wenig Gepäckraum übrig, zumal die enorme Achskonstruktion hinter den Sitzen auch nicht gerade platzsparend ist.

Diese nicht selbsttragende Karosserie aus der Vorkriegszeit ist längst angezählt, auch wenn sie die inzwischen so populären Panoramascheiben hat. Um die Ecke gehen diese zu einer nach hinten verlegten A- Säule. Die Sicht nach vorn wird trotzdem von den Testern bemängelt. Im Gepäckraum steht das Reserverad jetzt senkrecht, aber es hilft nicht viel, weil zwischen dem hohen Boden und dem schrägen Deckel relativ wenig Platz bleibt. Bleibt nur, ihn bei zu viel Gepäck etwas geöffnet und evtl. den Regen hinein zu lassen.

Auch sonst wird der Wagen gescholten, der als Coupé de Luxe ohne B-Säule ca. 7000 DM kostet. Die Ausstattung mit dem beklebten Armaturenbrett wird als zu einfach angesehen. Hinzu kommt ein seltsamer Mechanismus, mit der Armlehne die Türe zu öffnen und zu verriegeln. Auch das Schema der Lenkradschaltung mit dem ersten Gang hinten unten ist ungewöhnlich. Noch nicht einmal die Sitzlehnen vorn lassen sich verstellen. Vielleicht damals nicht ganz so schlimm, der Blinker stellt sich nicht von selbst zurück.

Dabei tut der Hersteller wirklich viel, um den Wagen zu modernisieren. Es gibt ihn später sogar mit Scheibenbremsen (ohne Servo), vielleicht bei einem Zweitakter noch wichtiger als beim Viertakter. Denn Zurückschalten ist bei ihm gar nicht unbedingt erwünscht. Er verfügt sogar über einen Freilauf, mit dem man die Bremsung durch den Motor verhindern kann. Bei echter Mischungsschmierung ist dann nämlich die Drehzahl hoch und die Schmierung gering. Nicht gut für den Motor.

Allerdings hat der 1000 S eine Frischölschmierung. Er tankt Benzin und Öl getrennt und erhält seine Mischung fein austariert im Vergaser. Das reduziert das Öl im Abgas und damit die häufig mit Zweitaktern einhergehende Auspufffahne. Der Ölverbrauch ist gar nicht so hoch, wie man bei einer Mischungsschmierung vermutet. Er könnte bei häufigen Intervallen von nur 2500 km zu der Zeit mit einem fünf Liter fassenden Viertaktmotor durchaus noch mithalten.

Der Motor vorn ist leicht, weil im Teile fehlen, die der Viertakter unbedingt braucht. Es soll zwar anfänglich mit der Umstellung der Schmierung nicht so gut geklappt haben, er ist dafür aber mit weniger beweglichen Teilen billiger auszutauschen. Sogar der vom Werk angegebene Normverbrauch von 8,6 l/100km kann mit dem von Viertaktern noch mithalten. Bei den kommenden eckigeren und leistungsstärkeren Modellen wird er eher höher sein. Von Abgasentgiftung ist noch keine Rede. Und komfortabel und relativ leise ist der DKW schon ... 01/15


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