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  BMW - Geschichte 1



Die Bayrischen Motorenwerke entstehen aus der Rapp Motorenwerke AG und der Bayerischen Flugzeugwerke AG, letztere wird aber erst ab 1922 wichtig. Der eigentliche Ursprung liegt im Zusammentreffen von drei Männern, von denen zwei für den weiteren Verlauf der BMW-Geschichte besonders wichtig sind. Zunächst aber haben wir es mit Karl Friedrich Rapp zu tun, dem Inhaber der gleichnamigen Firma und ehemaligen Ingenieur bei Daimler, der nicht sehr erfolgreich Flugmotoren konstruiert und wegen der Kriegswirtschaft an deutsche Militärbehörden verkauft. Diese Firma übernimmt Camillo Castiglioni, Aktionär und späterer Vorstandsvorsitzender bei Austro-Daimler, einem längst selbstständig gewordenen Zweig des Stuttgarter Stammhauses.

Es ist die Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg (1914 - 1918). Das Flugzeug ist seit seiner Motorisierung zu einem wichtigen Instrument für die Militärs geworden. Österreich-Ungarn, wesentlich bedeutender als heute, bildet zusammen mit Deutschland die 'Mittelmächte' und dem entsprechend ist der Bedarf. Man baut bei Austro Daimler die von Ferdinand Porsche konstruierten V12-Zylinder, kann aber wegen Fertigungsengpässen nicht genug liefern. Also werden auch Firmen interessant, die von der Qualität ihrer Produktion nicht unbedingt vergleichbar sind.

Damit betritt die dritte Person die Bühne, Franz Josef Popp, Oberleutnant, und als Diplomingenieur sachverständig für Flugzeuge. Dieser soll nun die Fertigung von 200 Großtriebwerken in der Firma des Herrn Rapp überwachen, findet zwar einen Betrieb mit drei Werkhallen aus Holz, fast 400 äußerst loyalen Angestellten, aber viel zu vielen Reklamationen unzufriedener Kunden vor. Da schon Verträge geschlossen und Anzahlungen geleistet sind, bleibt der österreichischen Militärbehörde nur, dem Kontrolleur Popp den Wechsel auf den Chefsessel des inzwischen sehr erkrankten Rapp zu erlauben.

Popp ist verantwortlich für die Wende beim Geschäftsverlauf der Rapp-Werke, die er wegen deren schlechten Rufs 1917 in Bayerische Motorenwerke GmbH mit Castiglionis Zustimmung umtauft, bleibt selbst aber beteiligungsloser Geschäftsführer. Übrigens stammt aus dieser Zeit das weißblaue Emblem, entnommen aus dem Stroboskop eines Propellers. Popp kauft ein Gelände am nördlichen Rand des Oberwiesenfelds. Im Laufe des Krieges scheidet Karl Rapp aus.


Schon in seinen ersten Tagen hat Popp den Ingenieur Max Friz eingestellt, wie Rapp von Daimler kommend und dort trotz Entwicklung berühmter GP-Wagen 1914 offensichtlich seines Könnens nicht genug gewürdigt. Der hat Ideen zu einem Motor im Gepäck, der größere Höhen rascher erreichen kann, dort mehr Leistung entwickelt und deutlich weniger verbraucht als der weit verbreitete Daimler-Mootor. Die Problemlösung liegt in einer umschaltbaren Ansaug-und Vergasertechnik.

Doch zunächst konstruiert er den vibrationsreichen Rapp-Sechszylinder um und erschafft damit zum ersten Mal, was BMW bis heute (2010) begleiten wird, das erste Exemplar des berühmten Reihenmotors. Für die Militärs reicht das nicht und die Auftragserfüllung des Austro-Daimler V12 scheitert ebenfalls. Erst als es gelingt, den 'Höhenflugmotor' zu realisieren und auch vorzuführen, scheint der Erfolg der neuen Firma nicht mehr aufzuhalten.

Teil 2

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