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  1920 BMW Erster Motor






M2B15)
MotorbauartBoxer-Zweizylinder
Hubraum, Bohr. * Hub494 cm³ (68 mm * 68 mm)
Verdichtung5 : 1
MotorsteuerungSV
GemischbildungEinfachvergaser
Leistung5 kW (6,5 PS) bei 3000/min
Gewicht31 kg
Baujahrab 1920

Stellen Sie sich das Jahr 1920 vor. BMW hat sich während des Ersten Weltkrieges zu einer ansehnlichen Fabrik für Flugmotoren entwickelt, sogar mit neuen Werkhallen und Facharbeiterstamm. Damit ist wegen des Verbots der Alliierten jetzt Schluss. In größter Not konstruiert der eigentliche Flugzeugingenieur Max Friz, assistiert von dem jüngeren, auch sehr begabten Martin Stolle, den Motor von dessen ehemaliger Douglas nach, den M2B15. Großbritannien gilt zu der Zeit als führend in der Motorradfertigung.

Natürlich ist das nur der erste Fahrzeug-Motor von BMW.

Der Motor ist seitengesteuert durch eine über der Kurbelwelle platzierte Nockenwelle. Die Ventile werden direkt angetrieben. Der Ventiltrieb ist nicht gekapselt. Eine besonders einfache Einstellung des Ventilspiels ist möglich. Ein außermittig angeordneter Vergaser versorgt beide Zylinder mit Luft-Kraftstoff-Gemisch. Bild 3 zeigt, dass die Ölpumpe über Zahnrad und Schnecke von der Kurbelwelle angetrieben wird.



Hier sehen Sie den Motor im eingebauten Zustand. Wie in der Douglas ist der Motor quer eingebaut, um das Hinterrad über Riemen oder Kette antreiben zu können. Mangels eigenem Motorrad wird der Motor für Victoria und andere Motorradhersteller gefertigt. Unten das Bild vom Einbau des Motors in eine Bison.



Natürlich reicht die Zulieferung an andere Hersteller nicht aus, das riesige Werk auszulasten. Deshalb stellt BMW vorübergehend Druckluftbremsen für Züge her. Stolle hat die Firma inzwischen verlassen, weil er sich mit seinem Plan, die SV- zu einer OHV-Motorsteuerung umzubauen, gegen Friz nicht durchsetzen kann. Er verwirklicht seine Pläne bei Victoria und macht damit BMW erfolgreich Konkurrenz.



1922 wird BMW von der Bremsenfertigung getrennt und braucht ein vollständig eigenes Produkt. Zusammen mit dem neuen Standort wird als Konkursmasse Material für das Leichmotorrad Flink und die stärkere Helios erworben. Letztere wird nun mit dem BMW-Motor (Bild) ausgerüstet, erweist sich aber als nahezu unverkäuflich. Der Durchbruch wird erst mit der R 32 unten erzielt. Hier ist dann der Motor längs eingebaut und mit dem Hinterrad über eine (Kardan-) Welle mit Kegelradtrieb verbunden. 04/15





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