E-Mail


A    B    C    D    E    F    G    H    I    J    K    L    M    N    O    P    Q    R    S    T    U    V    W    X    Y    Z


Mobiles F9



Buchladen
Prüfungen/Tests

Radwechsel (Sim.)
Kraftstoff sparen
Geschichte
Formelsammlung

Deutsch-Englisch
Englisch-Deutsch
Deutsch-Spanisch



BMW
BMW-Motorrad
Mini

Geschichte 1
Geschichte 2
Geschichte 3
Geschichte 4
Geschichte 5
Geschichte 6
Geschichte 7
Geschichte 8
Geschichte 9
Geschichte 10
Geschichte 11
Geschichte 12
Geschichte 13

Camillo Castiglioni 1
Camillo Castiglioni 2
Camillo Castiglioni 3

Museum 1
Museum 2
Museum 3
Museum 4
Museum 5
Museum 6

2016 100 Jahre BMW
2016 740 e/Le
2016 760 iL
2016 M2 Coupé
2016 M2-Performance
2015 X-Prod. Spartanburg
2015 M4 GTS Concept
2015 i3
2015 7er
2015 3.0 CSL
2015 X5 xDrive 40e
2015 6er Facelift
2015 2er Gran Tourer
2015 1er
2014 X1
2014 2er Cabrio
2014 4er Cabrio
2014 X6
2014 X4
2014 Mini
2014 M4 Cabrio
2014 2er Active Tourer
2014 4er Gran Coupe
2014 2er Coupe
2013 X5
2013 Ende Sechszylinder?
2013 i8
2013 i3
2013 4er Coupe
2013 3er GT
2012 Zagato Coupe
2012 12 Zylinder
2012 7er
2012 3er
2012 1200 GS
2011 6er Cabrio
2011 6er Coupe
2011 M 5
2011 K1600-Sechszyl.
2010 M3 Coupe
2010 X3
2009 X1
2009 5er - M5 2011
2008 7er
2008 F108
2008 X6
2007 550i Security
2007 325i Cabrio
2006 X5
2006 Z4 Rohkarosserie
2006 Z4
2006 R 1200
2006 F 800
2006 Hydrogen 7
2006 Steam Drive
2006 Alpina D 3
2005 3er
2005 Alpina B 6
2005 Aufladung 2-stufig
2004 Aktivlenkung
2004 1er
2004 1er Cabrio
2003 530d
2003 X3
2003 Formel 1
2001 Valvetronic
2001 Mini
1999 Z8
1999 X5
1998 M5
1998 7er
1998 3er
1998 320d
1998 R1100 GS
1998 Cardi Curara
1997 Z3
1995 328 i Cabrio
1992 Vanos
1989 840/850
1988 K 1
1988 M3 Cabrio
1988 Z1
1987 Touring
1987 Gruppe A DTM 23
1987 12-Zylinder
1986 M3
1986 7er
1986 325 i Cabrio
1985 BT 54 Turbo
1983 K 100
1983 635 CSI
1982 3er
1981 315
1981 525 i
1980 7er
1978 320 Baur
1978 M 1 Gruppe 4 Procar
1978 M1
1978 635 CSI
1977 7er
1976 6er
1975 1502
1975 3xx 1.Generation
1973 2002 Turbo
1971 3.0 CSL
1971 3.0 CS
1971 3.0 S
1971 Touring
1971 Baur 02
1968 2500/2800
1968 2002 ti
1968 Glas V8 3000
1968 02-Cabrio
1966 02-Reihe
1966 2000
1965 2000 CS
1964 Glas 1700 GT
1962 3200 CS
1963 1800
1962 Glas 1304
1962 Schräglenker
1962 1500
1960 R 69 S
1959 Austin Mini
1959 700
1958 Glas Isar
1957 Glas Goggomobil TS
1957 600
1956 507
1956 503
1955 Glas Goggomobil T
1955 Isetta
1952 501/502
1949 340
1938 327/328
1937 WR 500
1937 327
1936 328
1936 326
1934 315
1934 309
1933 303
1932 3/20 AM 4
1932 3/20
1929 3/15 DA 3
1929 3/15 DA 2
1927 3/15 DA 1
1923 R 32
1920 Erster Motor
Motordaten



BMW - Camillo Castiglioni (2)


Österreichische Nationalbibliothek

Teil 1

Sehr wichtig ist eine weitere Verbindung nach Deutschland, die Castiglioni noch zu Zeiten der Zusammenarbeit mit Lohner aufnimmt, nämlich die schon 1915 erfolgte Vereinigung mit den Hansa- und Brandenburgischen Flugzeugwerken. Damit überzeugt Castigioni den Flugzeugkonstrukteur Ernst Heinkel endgültig, in seine Dienste zu treten. Er wird sich dessen Bewunderung wohl für immer sicher sein können.

Der Krieg bildet die erste wichtige Basis für Castiglionis immensen Reichtum, der später nicht in Millionen, sondern in Milliarden Kronen zu rechnen ist. Er wäre nicht der erste oder der letzte Industrielle, der an Aufträgen des Militärs besonders gut verdient hätte. Der Krieg und besonders sein drohender Verlust bringen uns vielleicht auch der Gründung der Bayrischen Motorenwerke näher.

Als deren Gründungsdatum wird das Jahr 1916 genannt, was aber eigentlich für die Gründung der Bayrischen Flugzeugwerke gilt, übrigens wieder eine Verbindung zu einem Kfz-Pionier. Diesmal ist es kein geringerer als Nikolaus August Otto, dessen Sohn diese Firma gegründet hat. Die Firma BMW sollte etwas mehr Gebrauch von dieser Verbindung machen ...

Aber eigentlich ist das Datum auch nicht ganz zutreffend. Denn diese besteht teilweise nur als Hülle, während die Rapp-Firma 1917 in die BMW GmbH und 1918 in die BMW AG mündet. Übrigens haben diese Firmen mit der Herstellung von Fahrzeugen, ob zwei- oder vierrädrig, nicht das Geringste zu tun. Nur durch die Lizenzproduktion von Austro-Daimler-Motoren der vergleichsweise kleinen Firma Rapp könnte man eine solche Verbindung sehen.

Nein, es geht, wie schon der BMW-Propeller verkündet, zunächst immer nur um Flugzeuge. Genauer gesagt um deren Motoren. Ein Mann sollte hier erwähnt werden, der als Adjutant von Castiglioni an der Entstehung ebenfalls entscheidenden Anteil hat. Das ist der österreichische Marineoffizier Franz Josef Popp, der eigentlich zur Überwachung der Lizenzproduktion zur Firma Rapp geschickt wird.

Popp hat zunächst alle Hände voll zu tun, seine Enttäuschung über die kleine und schlecht organisierte Firma zu bekämpfen, entschließt sich dann aber, wohl mit der Hilfe Castigionis, die Firma nach vorn zu bringen. Er schafft mit Hilfe des von Daimler Stuttgart kommenden Max Friz die Produktionslinie für einen vollkommen neuen Höhenflugmotor und dessen Bestellung auch und gerade durch die deutschen Militärs.

Aber die Firma BMW ist das eigentlich immer noch nicht, denn trotz aller Erfolge kommt der Motor zu spät. So geht die Firma zwar mit etwas Budget, aber doch einer ungewissen Nachkriegszeit entgegen. Da zunächst neue Aufgabenfelder fehlen, endet dies in der Übernahme durch die Knorr-Bremsen AG, die mit ihrer neu entwickelten Druckluft-Bremsanlage genügend Aufträge der Reichsbahn generieren kann.

Jetzt muss man aber erst einmal wieder Castiglionis Situation in der Zeit nach dem Krieg beleuchten. Der ist 1919 zum Italiener geworden, ist sozusagen über Nacht vom Verlierer zum Sieger des Ersten Weltkrieges aufgestiegen. Seine enormen Gewinne aus dem Krieg hat er rechtzeitig transferiert und um etliche, vermutlich noch höhere Spekulationsgewinne während der dem Krieg folgenden, bitteren Inflationszeit vergrößert.

Als sein zusätzliches Betätigungsfeld hat er Deutschland auserkoren. Es ist seine Freundschaft zu dem deutschen Magnaten Hugo Stinnes und die Teilhabe beider an österreichischer Schwerindustrie, die ihn langsam zum 'österreichischen Stinnes' werden lässt. Dies ist eine bis zum Tode von Stinnes anhaltende Beziehung. Castiglioni, seit 1918 Aktionär bei BMW, verfügt aber weiterhin über Kapital, das nach Anlage sucht.

In dieser Situation entschließt er sich zu einem mutigen Schritt. Aus dem Verkauf der BMW AG an Knorr löst er alle nicht die Druckluftbremse betreffenden Betriebsbereiche und rettet auch den Firmennamen. Da die neue Firma zwar Bayrische Motorenwerke heißt, aber als Nachfolger der Bayrischen Flugzeugwerke geführt wird, besteht das Datum 1916 als Gründungstermin von BMW fort.

Was könnte die neue Firma produzieren? Flugzeugmotoren darf sie seit dem Kriegsende nicht mehr bauen, bestenfalls verdeckt im Ausland, wie auch geschehen. Also mutig ist diese Gründung schon, wenn auch clever, denn alle anderen Aktionäre scheiden aus, darunter auch MAN und Zündapp,, weil sie keine Zukunft sehen. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass BMW sozusagen von den Toten wiederaufersteht.

Jetzt ist es an der Zeit, über Castiglionis Engagement in der Automobilindustrie zu sprechen. Da gibt es in Österreich die kurz vor der Jahrhundertwende gegründeten Puch-Werke, die sich über Fahrräder auch mit Automobilen einen Ruf erworben haben. Dann ist da noch die Firma Fiat, deren Montagewerk sich im Lauf der Zeit zu einer veritablen Produktionsselbstständigkeit gesteigert hat.

Während Puch zu Krisenzeiten 1907 in wirtschaftliche Schwierigkeiten schlittert, verlieren die Fiatwerke während des Krieges den Kontakt zu ihrer, dem Kriegsfeind zugerechneten Mutterfirma. Dabei verdienen diese Firmen kräftig an der Rüstung. Zusammengeführt sind sie unter der Kontrolle von Camillo Castiglioni als Chef der Depositenbank und seiner Gruppe mit Austro-Daimler, wo er ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. 06/13

Teil 3


kfz-tech.deImpressumStichwortverzeichnis