Geschichte BMW

Viel Publikum drängelt sich vor einer neuen M-Reihe - größeres Bild durch Anklicken!
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Die Bayrischen Motorenwerke AG werden als Ableger der Bayerischen Flugzeugwerke 1922 gegründet. Das erste Produkt ist ein für die Zeit moderner Zweizylinder-Boxermotor, der zunächst als Zubehörteil und ab 1923 in eigenen Motorradmodellen verwendet wird. Der wichtigste Grund für den Verkaufserfolg wird neben Innovation und Qualität der Produkte der Rennsport. Auch im Automobilbereich kann BMW 1928 durch Übernahme der Dixi-Fahrzeugfabrik Eisenach und damit des Austin-Seven-Lizenzbaus punkten. Man entwickelt sehr rasch eigene Fahrzeuge. 1933 kommt ein Sechszylinder im 303 auf den Markt, ein erster erfolgreicher Schritt in höhere Automobilbauregionen. 1936 erscheint der legendäre 328, wie die Motorräder wird er sehr erfolgreich in Rennen eingesetzt. Schon seit 1930 existieren Werke in Berlin, die nach dem Krieg Fertigungsstätten für Motorräder werden.

Der Zweite Weltkrieg spielt in der Geschichte von BMW eine besondere Rolle, weil wichtige Produktionsstätten in den Bereich der sowjetischen Besatzung fallen. In Eisenach werden zunächst das Motorrad R 35 und die Pkws 321, 327 und 340 gebaut, später dann der Wartburg mit Zweitaktmotor, nach der Wende auf Opel umgestellt. Die Namensrechte von BMW gehen nach gerichtlichen Auseinandersetzungen auf die Werke im Westen über, während die Produkte aus Eisenach jetzt 'EMW' heißen. Schon 1948 hat man in München mit der Motorradproduktion wieder begonnen. Der ebenfalls aufgenommene Pkw-Bereich kann jedoch nicht an die Vorkriegserfolge anknüpfen. Fahrzeuge wie der große 501 und die entsprechenden Sportwagen sind zwar berühmt, aber durch hohe Preise nicht sonderlich zahlreich im Verkauf. BMW reagiert darauf mit einer ganzen Reihe von Kleinwagen, die alle auf dem Motorradtriebwerk basieren. So kommt 1954 die Isetta. Insgesamt fehlt aber das Geld für eine dringend nötige Neuentwicklung eines Mittelklassewagens. 1959 ist der Tiefpunkt erreicht. Es geht um die Frage, ob das Werk von Daimler Benz übernommen werden soll. In dieser Situation kommt aus den Reihen der Belegschaft und besonders der Händler der Appell, doch weiter zu machen und dem gerade anlaufenden BMW 700 eine Chance zu geben. Als die Frist für eine mögliche Übernahme verstrichen ist, beschließt der wichtigste Aktionär, dem Werk eine Chance zu geben.

Herbert Quandt setzt nicht nur sein Geld ein, sondern stößt auch sonst die Entwicklung einer Mittelklasse-Serie an. 1962 tritt der BMW 1500 indirekt auch gegen Mercedes als Kompaktwagen an, dessen Fahrwerk gegenüber dem des 700 noch einmal deutlich verbessert und produktionstechnisch vereinfacht ist. Auch motorentechnisch ist man der Konkurrenz mit modernen OHC-Motoren mit halbkugelförmigen Brennräumen einen Schritt voraus. So richtig angekurbelt wird der Verkauf allerdings durch die Einstellung von Paul G. Hahnemann und dessen Nischen-Strategie Es entsteht 1966 zusätzlich die sehr erfolgreiche 02-Reihe. Ins gleiche Jahr fällt die Übernahme der Glas-Werke in Dingolfing.

Von jetzt ab stellt sich die Entwicklung von BMW fast als reine Erfolgsgeschichte dar. Die obere Modellreihe wird 1972 mit dem 5er vervollkommnet. Neue Werke entstehen im In- und Ausland, darunter auch in USA. Rennerfolge unterstützen das sportliche Image von BMW. Die Reihe-02 wird in alle Richtungen hin entwickelt, von sehr sportlich mit Turbolader bis zu etwas erhöhter Gebrauchstüchtigkeit beim Touring. 1975 wird die Serie durch den 3er ersetzt, ab 1983 sogar mit vier Türen.
Die Coupes erhalten ab 1976 mit dem Erscheinen eines neuen die '6' als Vorzeichen. 1977 entsteht darüber die 7er-Reihe, die später sogar den ersten deutschen Zwölfzylinder nach dem Krieg erhält. Das dazu passende 8er-Coupe gerät zum Flop. Ganz im Gegensatz dazu verhält sich die 1980 vom Mittelmotor-Sportwagen als Namensgeber ausgehende M-Reihe, äußerlich wenig veränderte Fahrzeuge mit besonders leistungsfähigen Motoren. Gesteigert wird das später über einen V-8 bis zu einem V-10 in einer 'normalen' Limousine. Der Erfolg dieser Baureihe beruht natürlich wiederum auf Rennsporterfolgen in der Formel 1 (83), in der Formel 2 (80) und bei Rallyes. 1983 kommt BMW mit dem Dieselmotor und 1985 mit Allradantrieb. Bei den Motorrädern erfolgt die teilweise Abkehr vom klassischen Boxermotor mit der K-Reihe. Gerade hier ist in letzter Zeit (2005) eine erstaunliche Entwicklung über die bestehenden Modellreihen hinaus zu beobachten.

Bleibt nur noch der wichtige Sieg über den Konkurrenten VW zu erwähnen, der sich zunächst sicher wähnte, auch die Rechte an der Marke Rolls Royce erworben zu haben, sie dann aber doch an BMW abgeben musste. So entwickelt BMW jetzt das vielleicht ehemals beste Auto der Welt weiter. Nach der erfolg- aber verlustreichen Abwicklung des Engagements bei Rover entwickelt sich BMW zum profitabelsten Anbieter in der Oberklasse, übertrumpft am Ende sogar noch Mercedes. Mit ein Grund dürfte sein, dass sich BMW-Fahrzeuge unter dem Blech mehr ähneln als die der Konkurrenz.

Vor der Krise im Jahr 2007 scheint kein Autohersteller gefeit zu sein. Zu spät haben alle die Zeichen der Zeit erkannt und die Entwicklung in Richtung CO2-armer Fahrzeuge verschlafen. Man darf gespannt sein, wie sich die drei Oberklasse-Konkurrenten in Deutschland aus der Affaire ziehen werden. 03/09

Fahrzeug-Komponenten

Dampf-ZusatzantriebEin vom Prinzip her bekannter und dennoch neuer Weg, Energie einzusparen.
Schräglenker-Radaufhängung... typisch für die ersten Mittelklasse-Fahrzeuge ab 1962
Register-Aufladung2005er Technik beim Dieselmotor
Ausgleichwellen... auch typisch für andere Hersteller
AnsaugbrückeDer erste Blick auf den Motor ...
Domstrebe... vom feinsten
Angetriebene Hinterachse... mit viel Aufwand beim großen BMW.
Variable LenkübersetzungEbenfalls 2004er Technik
Sechszylinder-Reihenmotor... sehr lange bewährt und 2005 wieder weiter entwickelt.
ZwölfzylinderDer mutige Schritt von 1987
Variable StabilisatorwirkungDas Fahrwerk wird weiter elektronisiert.
Variable Ventilhub-EinrichtungEtwas überraschend kommt die mechanische und nicht die rein elektrische Lösung.
Variable Ventilhub-EinrichtungBlick unter den Ventildeckel
BMW Z4 CabrioDie Rohkarosserie aus beinahe allen Blickwinkeln.

Motorräder

BMW 1Ein wenig Einblick in die Technik von BMW-Oldtimern
BMW 2
Zweizylinder-BoxermotorHier wird die neuste Motor-Generation beschrieben.
BenzineinspritzungBMW setzt bei den Motorrädern schon lange auf Benzineinspritzung mit Lambdaregelung.
Hinterrad-StellungenAbbildung der Hinterachs-Kinematik an großen BMW-Motorrädern.