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Bernd Rosemeyer


Er ist ein Stern, der in sehr kurzer Zeit aufgeht, hell leuchtet und plötzlich und unerwartet verglüht. Protagonisten sind das nationalsozialistische Deutsche Reich und die gerade erst gegründete Auto Union. Nicht in allen Phasen direkt beteiligt aber voller emotionaler Anteilnahme, Ferdinand Porsche.

Er gilt als der Erfinder dieses Typs von Rennwagen, obwohl es in der Kfz-Technik doch meist alles schon einmal gegeben hat. Porsche kommt sogar die Sonderrolle zu, eigentlich beide Wettbewerber mit dem nötigen technischen Material versorgt zu haben, Auto Union und Daimler Benz.

Das sind die Kontrahenten der Dreißiger Jahre, nachdem mit nicht unerheblichen Subventionen durch die Nazi-Regierung der Motorsport in Deutschland einen unerhörten Auftrieb erfährt. Übrigens hat auch bei den Subventionen für die Auto Union Ferdinand Porsche seine Hand im Spiel.

Der Aufstieg des Bernd Rosemeyer erfolgt aus der Motorrad-Klasse. Immerhin ist DKW Weltmarktführer in diesem Bereich und versucht, durch Rennerfolge seine Dominanz zu behalten. Rosemeyer steigt von der 500er auf einen Mittelmotor-Rennwagen. Der beginnt 1934 gerade erst seine ebenfalls steile Karriere mit 16 Zylindern, knapp 220 kW (300 PS) bei nur 4500/min und 7:1-Verdichtung.

Rosemeyer gewinnt aber schon mit der Anfangsversion in seinem ersten Rennjahr den Grand Prix in Masaryk bei Brünn 1935. Zuvor im Juni hat er sich beim Eifelrennen auf dem Nürburgring nur knapp von Caracciola geschlagen geben müssen. Der Sieg über drei Alfas setzt ein Zeichen für den weiteren Fortgang der Renngeschichte.

Graublaue Augen und blonde Haare, der Traum von Mann in jener Zeit. Leider ist es das letzte Rennen der Saison. Aber es hilft ihm, seine spätere Frau kennenzulernen, Elly Beinhorn, die als Fliegerin noch berühmter ist als er. Beide werden zum Traumpaar werden, Idole, besonders für die Jugend.

Ein besonderes Reaktionsvermögen legt Rosemeyer auch im alltäglichen Leben an den Tag. Als wenn er sich beeilen müsste, weil er zu diesem Zeitpunkt nur noch knapp zweieinhalb Jahre zu leben hat. Mit seinem schicken schweren Horch-Coupe stellt er der anfangs noch sehr reserviert wirkenden Beinhorn nach, lässt allerdings auch nicht locker.

Er hat zwar kaum seine Nenndrehzahl verändert, dafür aber seinen Hubraum für die Rennsaison 1936 auf sechs Liter und seine Leistung auch durch Kompressor auf über 380 kW (520 PS) vergrößert. Es wird das Jahr der Auto Union und des Bernd Rosemeyer. Er wird nach sieben GP-Siegen über Mercedes - die anderen spielen ohnehin keine Rolle mehr - die Europameisterschaft gewinnen, was praktisch einer Weltmeisterschaft gleichzusetzen ist.

Auch heiraten wird er und ein Kind wird auf die Welt kommen, Beinhorns und Rosemeyers Sohn, später Professor für orthopädische Chirurgie. Nach und nach hat auch seine Ehefrau Rosemeyers Talente entdeckt und die enormen Probleme im Rennfahrerberuf erkannt. Ohne übergroßen Respekt vor einer der ersten Frauen mit Flugschein und deren Weltumrundung im Alleinflug erwirbt auch er den Flugschein.

Es sind die Kleinigkeiten, die Beinhorns Schilderungen der Zeit so interessant machen. Dass ein Rennfahrer auf seinen ersten GP-Sieg nur mit Saft anstößt und schaut, dass er rechtzeitig ins Bett kommt. Seine Fahrkünste betreffend ist er wohl auch im normalen Straßenverkehr anderen deutlich überlegen, allerdings nicht immer ganz unfallfrei. Dass ein Horch das weitaus bessere Radio als der Mercedes hat.

Wichtiger ist die Berücksichtigung der Zeit. 1936 haben auch reiche Leute kein Fernsehen, weil es gerade erst erfunden ist. Rennen verfolgt man am Volksempfänger mit dauernder Musikunterbrechung. Oder man besucht sie. Allerdings gibt es außer in der Politik keine andere Massenveranstaltung dieser Art. 350.000 sind es beim Großen Preis von Deutschland 1936.

Eigentlich sollte eine erfahrene Fliegerin schon einiges gewohnt sein. Bei ihrem Versuch, in drei Kontinenten während 24 Stunden zu starten/landen entstehen schon brenzlige Situationen. In einem Nebel-/Regengebiet mit einer Sportmaschine ohne Funkgerät eine Stunde lang auf eine glückliche Landung zu hoffen, das setzt schon Maßstäbe.

Bemerkenswert, welchen Respekt man vor einer (allerdings nicht kürzesten) Überquerung des Mittelmeers hat. Flüge mit 'Verkehrsmaschinen' z.B. nach Südafrika dauern mit sehr viel Glück 10 Tage. Wenn man Pech hat, ist aber auch eine Woche nötig, um irgendwo in der Regenzeit wieder starten zu können.

Man sagt Rosemeyer nach, er habe das Glück gehabt, gleich vom Motorrad auf den Heck- bzw. Mittelmotor-Rennwagen umsteigen zu können. Wer vom konventionellen Frontmotor kommt, beschwert sich zunächst nach einem Wechsel. Reifen werden wohl für alle Zeiten ein Problem darstellen, Sprit ist viel mehr an Bord als heute und die Maßnahmen zur nachträglichen Verbesserung von Fahreigenschaften ist sehr begrenzt.

Auch die Rennstrecken sind wesentlich unsicherer. Und was die Bekleidung der Rennfahrer (es gibt sehr vereinzelt Rennfahrerinnen) betrifft, kann man z.B. von Brandschutz nur träumen. Trotzdem sind die Autos nicht wesentlich langsamer als heutige. Blutige Hände, an denen eine Lenkung bei jeder Unebenheit zerrt sind nicht selten, geschwärzte Gesichter außerhalb der Rennbrille normal.

Dazu gehören schon zupackende Menschen, die sich auch durch den leider allzu häufigen Tod von Rennfahrer-Kollegen nicht zu sehr beeindrucken lassen dürfen. Als Lohn winkt ein 'schnelleres' Leben, auch außerhalb der Rennstrecke, weit abgehoben von dem der Normalbevölkerung. Als Rosemeyer seine Fluglizenz hat, landet er z.B. (verbotenerweise) am Nürburgring direkt neben der Rennstrecke.

Die Rekordfahrten schrauben die Herausforderungen noch einmal eine Stufe höher. Es sind die gleichen Wagen, nur mit einer windschnittigeren Hülle versehen. Rosemeyer ist der erste Mensch, der auf einer normalen Straße über 400 km/h schnell ist. Doch Mercedes kontert, Caracciola schafft mehr als 430 km/h. Die Zeit drängt, den jedes Mal muss mit einem gewissen Vorlauf und entsprechenden Genehmigungen die Autobahn gesperrt werden.

So kommt es zum Showdown, als Rosemeyer kontern will. Eigentlich ist es zu böig, aber die nächste Automobilausstellung ist in Sichtweite, bis dahin keine Möglichkeit mehr. Er fährt also trotzdem. Es ist noch die Probe, bei der er verunglückt. Es müssen über 400 km/h gewesen sein, als ihn Seitenwind mit der linken Radseite auf den grünen Zwischenstreifen drückt.

Damals gibt es noch keine Seitenplanken, die ihn vielleicht gerettet hätten. Aber ein lästiger Pfeiler der nächsten Autobahnbrücke, an der das Auto zu zerschellen droht. Rosemeyer zerrt es nach rechts, offensichtlich zu sehr. Bevor es sich vollends querstellt, kippt es über das linke Vorderrad. Es wird sich mehrere Male überschlagen und die Hülle vom Unterbau trennen.

Der tote Fahrer wird aus dem Auto geschleudert aufgefunden. Onkel Doktor (Porsche), wie er immer von Rosemeyer genannt wird, gehört wohl zu den stark Betroffenen, denn der Rennfahrer war so etwas wie ein Sohn für ihn. Er ist seit Beginn des Jahres nicht mehr für dieses Projekt verantwortlich. Die Karosserie, mit der Rosemeyer verunglückte, war angeblich von Porsche mit dem Hinweis auf zu große Seitenwindempfindlichkeit verworfen worden.

Porsche arbeitet schon wieder für die Gegenseite (Daimler Benz) und ist für ein noch viel größeres Projekt verantwortlich, einem Gefährt mit Flugzeugmotor (T 80). Hätte Rosemeyer also überlebt und den Rekord gebrochen, wäre das keineswegs das Ende des Machtkampfes zwischen zwei Firmen gewesen.

So scheint allerdings der Widerstand von Auto Union gebrochen. Unter anderen auch der Sohn geben ihr nach intensiven Recherchen allerdings eine Mitschuld an den Ereignissen, die im Endeffekt darauf hinausläuft, aus Zeitmangel unerprobte Konstruktionen bei diesem Testlauf eingesetzt zu haben. 12/13


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