Im Zeitalter der Siebensitzer sollte man sich einmal die frühen Vorläufer aus der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg anschauen. Diese sind natürlich nicht für die Freizeit gedacht, sondern für Gewerbebetriebe bitter nötig. Man könnte sie als zweckmäßig und variantenreich beschreiben. Der Kostendruck ist enorm. Deshalb basieren Unterbau und besonders Antrieb auf der DKW-Limousine.
Der kleinste Motor stammt im Prinzip aus dem Motorradbereich und bringt das Fahrzeug beladen nur auf etwas über 60 km/h und das auf ebener Strecke. Später baut man den Dreizylinder ein und der 'Schnelllastwagen' erreicht bis zu 90 km/h. Die Raumausnutzung ist fantastisch, allerdings darf man noch nicht nach Unfallsicherheit fragen. Sieben Personen + Fahrer(in) erreichen das Innere des Fahrzeugs über nur zwei Türen vorn. Ein Klappsitzsystem in der ersten und zweiten Reihe sorgt für Zugang nach hinten. Trotz noch unter 4 Meter Länge in der ersten Serie reicht es noch für einen kleinen Kofferraum mit niedrigem Boden und breiter, aber niedriger Zugangstür von hinten.
Einzig der Verbrauch bei gleicher Fahrweise hat sich im Verhältnis zur heutigen Zeit nicht geändert. Das aber liegt am Zweitakter, der trotz des Umkehrspülungsprinzips alles andere als sparsam arbeitet. Für die Raumaufteilung ist der wenig Raum beanspruchende Frontantriebsmotor ideal. Den Variationen der Ladefläche sind fast keine Grenzen gesetzt. Neben Kastenwagen gibt es Viehtransporter und geschlossene Laderäume mit fast beliebigen Fensteröffnungen. Sogar zweifarbige Lackierungen sind erhältlich.
Der F 89 L ist der erste Wagen von DKW nach dem Krieg. Es dürfte interessant sein, ihn mit dem etwas später erscheinenden VW-Bulli zu vergleichen. Jener hat Vorteile beim Motor, dieser beim Laderaum. Für die Verhütung von Unfällen und deren Folgen schneidet der VW vermutlich besser ab, weil der z.B. als Bus mehr Türen hat und vor allem keine, die nach vorne öffnen. In der Grundkonzeption hat eher der DKW überlebt.