Die mittlere Kolbengeschwindigkeit ist der Weg, den der Kolben in einer bestimmten Zeiteinheit zurücklegen würde, wenn er während des gesamten Hubes stets die gleiche Geschwindigkeit hätte. Tatsächlich aber ändert sich die Kolbengeschwindigkeit (hellrot) von Null an den Totpunkten bis zur maximalen Kolbengeschwindigkeit etwas oberhalb der Mitte. Diese beträgt etwa das 1,6-fache der mittleren Kolbengeschwindigkeit (dunkelrot).
Die Ermittlung der mittleren Kolbengeschwindigkeit können Sie mit der im normalen Alltag vergleichen. Sie messen bei einer längeren Autofahrt ja auch nicht beliebig viele Geschwindigkeiten und fügen diese zu einem mittleren Wert zusammen, sondern teilen die insgesamt zurückgelegte Strecke durch die dafür benötigte Zeit. So wird auch die mittlere Kolbengeschwindigkeit berechnet. Natürlich kann man auch die Kolbengeschwindigkeit in jedem Punkt berechnen, aber das ist komplizierter.
Wie Sie oben an der hellroten, in etwa sinusförmigen Kurve sehen können, ist der Verlauf der Kolbengeschwindigkeit bei jedem Kurbeltrieb in etwa gleich. Rechnet man also den Mittelwert aus und vergleicht diesen mit dem Maximalwert der Kolbengeschwindigkeit, dann ergibt sich in etwa der Faktor 1,6, egal ob es sich um einen Kurz- oder Langhuber, einen großen oder kleinen Hubraum handelt. Das ergibt sich aus dem Bewegungsablauf bei einem Kurbeltrieb.