Die Desachsierung soll den Zeitpunkt, zu dem der Kolben zwischen Verdichtungs- und Arbeitstakt die Seiten wechselt, in den Bereich möglichst geringen Drucks vorverschieben. So bleiben Geräuschentwicklung und Verschleiß gering.
Das Bild oben mit einem nicht und einem übertrieben stark desachierten Kolben (rechts) zeigt es. Wenn Sie auf die Schaltfläche klicken, sehen Sie beim rechten Kolben durch die Verschiebung des Kolbenbolzens nach links noch vor OT einen Seitenwechsel. Dies ist beim linken Kolben erst nach OT, also im Bereich gestiegenen Verbrennungsdruckes der Fall. Natürlich ist der Versatz des Kolbenbolzens in Wirklichkeit nicht so stark wie in der oberen rechten Darstellung. Meist ist er mit dem Auge kaum wahrnehmbar, so ca. 1 mm. Das ist aber gleichzeitig auch die Gefahr. Verdreht man nämlich den/die Kolben beim Einbau um 180°, was bei manchen Kolben durchaus möglich ist, so erreicht man damit genau das Gegenteil. Der Motor, der die Desachsierung unbedingt braucht, hört sich unter Umständen nach dem Zusammenbau an, als hätte er einen Kolbenschaden. VR-Motoren, bei denen die Mitte der Kurbelwelle gegenüber der Zylindermitte versetzt ist, können auch keine Desachsierung haben.
Desachsierung kann auch von der Kurbelwelle ausgeführt werden. So verschiebt z.B. Toyota beim Dreizylinder diese um 8 Millimeter aus der Mitte, um den Kipppunkt so zu verlagern, dass Pleuel und Kurbelzapfen im Punkt des höchsten Arbeitsdrucks möglichst senkrecht stehen und damit möglichst wenig Arbeit an Reibung zwischen Kolben und Zylinderwand verloren geht. 02/09
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