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 kfz-tech.de - VW-Porsche nach Rabat


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Ja Sie haben richtig gelesen und wissen natürlich, dass Rabat nicht nur die Hauptstadt, sondern auch eine der vier Königsstädte Marokkos ist. Das Auto entstammt der Nullserie und hatte einen veritablen Unfall. Jemand steuerte es gegen den Zwillingsreifen eines Lkws.

Es war also sehr neu und günstig, wenn auch kaputt. Wenn man das spätere Reiseziel Marokko und den derzeitigen Zustand des Fahrzeugs in Beziehung zueinander setzt, kann man den Ausspruch meiner Mutter verstehen, dass man anderswo Leute einsperrt, die solche Autos kaufen, obwohl sie ein absolut intaktes besitzen.

Nein, jetzt nicht lange an den Porsche-Preisen herumgemäkelt, die dann zum Verzicht auf eine neue Haube führten. Denn die kann man ja immer noch kaufen. Also Spachteln und wegen dem enormen Zeitmangel ein Hammer mit seinem Stiel als Haubenaufsteller. Die Zöllner haben nicht schlecht gestaunt und noch kritischer kontrolliert.

Jedenfalls ist bis Spanien alles gut gelaufen, immerhin. Nur das nächtliche Lesen hat die Batterie nicht gut verkraftet. Jedenfalls saßen wir schon geschniegelt und gebügelt zum abendlichen Concours im offenen Wagen, als der Starter keinen Mucks von sich gab. Also Aussteigen, den schönen großen Hut meiner Frau auf den Sitz legen und anschieben. Wie peinlich ist das denn?

Dann kommt die Hitze in Mittelspanien. Plötzlich stirbt der Motor ab. Wieder anschieben, obwohl es bei Zündungsproblemen wenig hilft. Bevor ich hineinspringen und die Kupplung im zweiten Gang kommen lassen kann, überholt uns jemand, hupt und der Fahrer feixt sich eins. Und dann macht es Risch und die Hosennaht ist aufgeplatzt. Ist halt sehr tief das Auto.

Immerhin entsteht jetzt eine Zwangspause, in der ich hinter einem Busch die Hose wechsle. Das nutzt die Zündung, um sich zu regenerieren und die Fahrt kann weitergehen. Ohne Vorkommnisse setzen wir über, erreichen Tanger und cruisen bis auf einen Campingplatz nahe Rabat. Wir haben es geschafft, obwohl es sehr heiß ist. Statt Marrakesch gibt es Casablanca.

Irgendetwas muss ich unter dem Wagen noch vorgehabt haben. Er war jedenfalls einseitig aufgebockt und plötzlich waren auch noch Motorradfahrer neben uns, die auf einem sauberen Tuch in aller Ruhe ein BMW-Getriebe zerlegten. Aufregend die Fahrt auf dem riesigen Sitz einer Harley. Die zusätzliche enorme Bewegung des Sitzes verstärkt den Effekt der Beschleunigung noch.

Absolut verrückt die vorsichtige Anfrage eines Hausmeisters aus Köln, ob ich denn mal nach seinem VW-Käfer sehen könnte. Er führe sonst Opel Rekord, hätte aber nicht gedacht, dass der Käfer so viel schwächer wäre. Er habe den Wagen erst unmittelbar vor dem Urlaub in Betrieb genommen und vorher noch in der entsprechenden VW-Werkstatt durchsehen lassen.

Nun gut, der Mann war nicht gerade schlank und seine Frau bei Gelegenheit der Inaugenscheinnahme des Käfers auch nicht, aber so etwas haben sie nicht verdient. Man brauchte nur die Motorhaube zu öffnen, dann sah man einen der Kerzenstecker daneben liegen. Nichts gesagt, draufgesteckt und den Mann Probe fahren lassen.

So viel Dankbarkeit habe ich noch selten in diesem Fach erfahren. Er erwies sich als ausgewiesener Kenner des Marktes, hat meiner Frau einen Kaftan herunter verhandelt und man hatte das Gefühl, eigentlich ihm dabei einen Gefallen zu erweisen. Denkt man allerdings an die anderen Ziele und die Rückfahrt, so ist die Zeit dort begrenzt.

Nein, es gab keine besonderen Vorkommnisse außer dem Jungen, der uns an einem frühen Vormittag durch Tanger führt, beim Laufen anscheinend nicht müde wurde und dafür ein nettes Trinkgeld bekam. Übertreiben darf man es mit seinen Gaben allerdings nicht. Denn obwohl gewarnt, habe ich irgendwo in der Wüste einem Kind etwas gegeben und war, wie von Zauberhand, im Nu von einer ganzen Gruppe umgeben, für die natürlich nichts hatte.

Der VW-Porsche hatte außer mit der Haube noch eine Macke. Sein von einem Scheibenwischermotor betätigter Klappscheinwerfer hatte auf der stärker verunfallten Seite einen mitbekommen. Er gab also durch seine Verspätung dem anderen Strom für noch eine Umdrehung und so weiter. Ein lustiger und wohl nicht unerlaubter Effekt mit deutlichem Überholprestige auf der linken Seite der Autobahn.

Im Falle des spanischen Zolls an der Fähre allerdings funktioniert der Motor gar nicht mehr, musste von Hand hochgedreht werden. Das bekommen die Zöllner mit und nehmen uns als nunmehr letzte in der Schlange genauer unter die Lupe. Sie haben wirklich alles durchsucht, nur das sich hinter dem Motor noch ein Gepäckraum verbarg, das ist ihnen entgangen.







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