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 kfz-tech.de - Griechenland 1973


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Schon am Anfang muss ich Sie enttäuschen. Bitte gehen Sie nicht davon aus, dass der ganze Urlaub nur aus Auto-Abenteuern bestanden hätte. Es waren viele Tages des Sehens, Erlebens und Erholens ohne dabei auf kfz-technische Dinge achten zu müssen. Aber eben auch diese als schildernswert erachten.

Wir fahren zu zwei Ehepaaren los, sind mit dem dritten irgendwo in Süd-Jugoslawien verabredet. Die haben gerade ein neues Autos, einen roten Fiat 128 Rally. Frontantriebe gab es noch nicht so viele und dieses Exemplar war, wie der Name es ausdrückt, die zusätzliche, schickere Variante des normalen 128.

Die Beiden haben den Termin zwar nicht verpasst, waren aber sichtlich gezeichnet. Vor Zadar hatte es aus dem Motorraum erst gestunken und dann war nach einem Riss des Zahnriemens der Zylinderkopf demontiert worden. Glück im Unglück, die Ventile hatten gegenüber den Kolben nachgegeben und diese heil gelassen.

Wir fahren weiter über das noch unzerstörte Skopje Richtung Griechenland. Irgendwann dort im Norden ein Schreckensschrei: Es stinkt erneut aus dem Motorraum. Keine Zeit für genauere Untersuchungen, Fiat an den Alfa gehängt um nicht eine erneute Motorreparatur bzw. diesmal einen Totalschaden zu riskieren.

Der Alfa, ohnehin wegen ungünstiger Synchronisation der Vergaser, wird zum Trunkenbold. Irgendwann sage ich zum Fiat-Besitzer, ich müsse ihn abhängen, um die nächste Tankstelle zu erreichen. Der holt einen Reservekanister hervor. Allerdings scheint der Durst des Alfa (2000 Berlina) unermesslich zu sein.

Also ich zum Fiat-Besitzer, jetzt müsse ich ihn aber endgültig abhängen. Da holt der, knauserig wie er war, einen zweiten Reservekanister hervor. So erreichen wir im Konvoi Ioannina und dort einen Campingplatz.

Am nächsten Morgen mit dem Fiat in eine Werkstatt. Keine Spezialisierung auf Fiat, das Modell ohnehin sehr neu und damit unbekannt, was aber nicht für den Motor gilt. Nach und nach gruppieren sich alle Mitarbeiter des Hauses um unsere offene Motorhaube. Immerhin kann einer Englisch und der übersetzt dann. Was könnte die Ursache sein?

Der Zahnriemen wird am Rand so stark erhitzt, dass er von dort aus immer schmäler wird. Die Griechen sind sich einig, es kann nur die Spannrolle sein. Sie hängt nicht fest, ist aber zu schwergängig. Das Ersatzteil wird von Athen eingeflogen.

Am übernächsten Tag, ich bei herrlichem Wetter unter bzw. über dem Auto. Oberen Teil-Zylinderkopf abgenommen, weil ich dem Braten nicht traue. Nichts gefunden. Neue Spannrolle eingebaut. Und jetzt kommt die glückliche Hand, die den Zahnriemen so lose einspannt, dass er gerade nicht überspringt. Genau das war der Gewinner.

Warum? Weil ich den Wagen nach glücklicher Weiterfahrt zu Hause noch etwas genauer untersucht habe. Nein, es war nicht die Spannrolle. Eines der Räder über die der Zahnriemen lief, bestand innen aus Metall und war umgossen mit einem duroplastischen Kunststoff. Und genau das hatte bei diesem Rad nicht funktioniert.

Das innere Metall schaffte es zwar, das Kunststoffteil festzuhalten, erlaubte ihm aber eine leichte Kippbewegung, die diesen und gegen den Motor bzw. dessen Ölwanne anlaufen ließ. Dadurch wurde er heiß und riffelte sich mit besagtem Gestank langsam auf. Meine waghalsige Spieleinstellung hatte ausgereicht, diesen Prozess nicht mehr wirksam werden zu lassen. Der Betrag für ein neues Rad war kaum größer als der für zwei Reservekanister.







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