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  VW - Geburt eines Käfers 6



Der große Tag ist da und eine gemäß der 'Tradition' der Nazis riesige Public Relation ebenfalls. Es ist der 26. Mai 1938, die Grundsteinlegung des neuen VW-Werks. Natürlich ist vom Werk nur der Bauplatz sichtbar, aber eine geschlossene Limousine, eine mit Faltdach und ein Cabriolet stehen bereit. In letzterem wird Ferry Porsche Hitler kutschieren, eines der wenigen Male, dass der im VW statt im Mercedes gefahren wird.

Auf dem Rücksitz Ferdinand Porsche, momentan wohl am Ziel seiner Wünsche. Aber da die Arbeiterfront das alles finanziert, ist der Wagen nach deren Organisation 'Kraft durch Freude' umbenannt worden. Die Arbeitsfront ist von der Arbeiter- zur Unternehmerorganisation geworden, kümmert sich jetzt nicht mehr um die Rechte der Arbeiter, sondern gestaltet mit deren Pflichtbeiträgen Ferien und Kurzurlaube.

Und genau dafür ist 'Kraft durch Freude' gedacht, unklar, ob da auch schon Vorübung zum Kriegsdienst enthalten ist. Man steckt ohnehin längst in einer Umstrukturierung der Industrie in Richtung Waffenschmiede. Auch das künftige VW-Werk ist Ziel solcher Überlegungen. Porsche soll Hitler gefragt haben, was er denn wolle, aber dieser habe den Auftrag wiederholt, hier die Großserienfertigung für den VW-Käfer vorzubereiten.

Dieser heißt jetzt abgekürzt 'KdF-Wagen'. Ferry Porsche macht sich Sorgen, dass der so im Ausland schlecht verkäuflich sei. Man darf den Porsches eine gewisse Politikblindheit unterstellen. Als sie z.B. beim zweiten USA-Besuch Henry Ford nach Deutschland einladen, lehnt der mit der Begründung ab, es werde bald Krieg geben. Darüber wundern sich dann die Porsches.


Der Käfer, wir nennen ihn weiterhin so, hat inzwischen gewaltige Designsprünge gemacht. Die vorne angeschlagenen Türen wurden schon erwähnt. Er ist auch nun nicht mehr nach hinten hin geschlossen, sondern hat dieses berühmte Brezelfenster der ersten Serie. Die seitlichen Proportionen haben sich mit dem größeren hinteren Seitenfenster verbessert. Die Limousine oben im Bild hat Stoßstangen, die wegen ihrer Stabilität nach dem Krieg irgendwann wieder eingeführt und für lange Zeit beibehalten werden.

Die Gelder zum Bau der Fabrik sind vorhanden, wenn auch die Bauarbeiter fehlen, die wohl an den Autobahnen und am Westwall schuften. Dafür kommen dann erstmals italienische 'Gastarbeiter'. Seit Mitte 1937 gibt es die 'Gesellschaft zur Vorbereitung des Volkswagens', kurz 'GEZUVOR' genannt. Diese ermöglicht der Fa. Porsche den Aufbau der Zuffenhausener Niederlassung, Hier entstehen die 30 Wagen für die schon erwähnte zweite Versuchsphase mit Karosserien von Reutter. Heute steht dort das Porsche-Werk 1.


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