Suche

E-Mail

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




  Mobiles  

  F7     F9


 Buchladen

 Aufgaben/Tests

 Formelsammlung




  VW - Geburt eines Käfers 2



Wie kommt es überhaupt zu einer Auftragserteilung durch Hitler? Da spielt Jakob Werlin, inzwischen Vorstandsmitglied bei Daimler-Benz, eine große Rolle. Er hatte Hitler 1923 den von der Frau des Klavierproduzenten Bechstein bezahlten Mercedes verkauft. In den Vorständen rückten naturgemäß die Regimetreuen nach vorn.

Werlin ist sogar an Porsches zweiter Reise in die USA 1937 dabei. Ab 1942 ist er übrigens Generalinspekteur für das Kraftfahrwesen. 1934 bringt er ein Gespräch zwischen Hitler und Porsche im 'Kaiserhof' zustande. Letzterer betont ausdrücklich die Notwendigkeit einer Neukonstruktion, weil es mit der bloßen Verkleinerung eines größeren Wagens wie bei der Konkurrenz nicht getan sei.

Nach und nach kommen die Betriebsdaten zur Sprache: 19 kW (26 PS) bei 3500/min, 650 kg Leergewicht, Fahrzeug für eine vierköpfige Familie. Beim Verbrauch hakt Hitler ein und fordert 7 statt 8 Liter Verbrauch auf 100 km. Auch die 100 km/h Spitzengeschwindigkeit deutet er als Dauergeschwindigkeit um.

Und dann natürlich der Preis, den Porsche ursprünglich bei gut 1.500 RM gesehen hatte. Hitler hatte mit seiner Absenkung auf 1.000 RM insofern nicht ganz Unrecht, als Opel den veralteten P4 unter 1.500 RM anbot. Ach ja, und luftgekühlt sollte der Motor sein, wegen Verhinderung von Einfrieren und Kochen am Berg.

Von einer eigenen Fabrik zur Herstellung des Wagens war noch nicht die Rede. Man stellte sich Herstellung in Zusammenarbeit mit dem Reichsverband der Deutschen A utomobilindustrie vor, wohl wissend, dass dies Konkurrenten des neuen Projekts waren. Die Hersteller von Radios haben dem Führer seinen preisgünstigen Volksempfänger geliefert und trotzdem teurere Geräte verkauft. Bei der RDA wird es hingegen ganz anders laufen.

Die beiden ersten Prototypen (Limousine und Cabrio) entstehen mit den 12 Mitarbeitern in dem allerdings geräumigen und mit Fenstern versehenen Garagetrakt von Porsches Villa mit Auftragsvergabe an viele Zulieferer. Die beiden Fahrzeuge hatten noch nicht einmal eine Ganzstahlkarosserie, sondern waren mit Holz verstärkt. Erst der dritte kam der späteren Ausführung zumindest vom Grundaufbau her ein wenig näher.

Ziemlich ähnliche Vorderachse . . .


Bei den konstruktiven Einzelheiten muss an den mit leichtem Vorlauf entstehenden Auto Union Typ C (Bild oben) erinnern, der schon die ersten Siege verzeichnet. Während dessen Vorderachse der des Käfers stark ähnelt, wenn auch in vereinfachter Form, zeigt das Heck starke Unterschiede. Es spiegelt das langsame Herantasten an den Heckmotor deutlich wider.

Denn der Typ C ist ein Mittelmotor, freilich bei 16 Zylindern in V-Form hinten auch kaum anders möglich. Da bleibt dann wirklich nicht mehr viel Platz für den Fahrer, zumal auch noch der Tank dazwischen Platz finden soll. Mit dem argumentiert Porsche besonders, wenn er auf die stets gleiche Gewichtsverteilung bei stetiger Entleerung hinweist.

Trotzdem ist der Typ C seinerzeit nicht unumstritten, gilt seinerzeit als schwieriger fahrbar als Rennwagen mit Frontmotor. Vielleicht ist Bernd Rosemeyer auf diesem Wagentyp deshalb so erfolgreich, weil er vom Rennmotorrad bei Auto Union direkt in den Typ C wechselt. Vielleicht versteht man so besser die anfänglichen Befürchtungen, wenn statt Renn- Normalfahrer/innen einen Wagen mit noch weiter hinten angeordnetem Motor jederzeit beherrschen sollen.

Impressum