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 Buchprojekt - Schmierung - Hydrostatik



Die Hydrostatik ist deshalb ein faszinierendes Gebiet, weil ihre Ergebnisse so unerwartet sind. Von der Frau, die den 450 Tonnen schweren Bagger mit Hilfe der Hydrostatik zu drehen imstande ist, war schon die Rede. Ich selbst bin auf dieses Gebiet gestoßen worden im Rahmen einer Staatsarbeit.

Dem zuständigen Assistenten verdanke ich vielleicht gerade deshalb viel, weil er sich eigentlich nicht explizit um mich gekümmert hat. Seine vorrangige Gabe bestand darin, mir die Reparatur dieser Maschine zugetraut zu haben. Nein, ich selbst musste erst überzeugt werden, in diesem Fall irgendetwas zustande zu bringen.

Das kommt davon, wenn man einen Assistenten vor sich hat, der seit seinem Studienabschluss und auch im Rahmen seiner Doktorarbeit vorrangig ein Ziel vor Augen hat, einen besseren Verbrennungsmotor als die existierenden zu konstruieren. Keine Angst, wir schweifen jetzt nicht vom Thema ab, wir bleiben bei der Hydrostatik.

Es geht nämlich nicht um den Motor, sondern die für ihn vorgesehene Pendelmaschine. Die Leistung eines so neuen Motors sollte eben nicht mit einer herkömmlichen Wasserwirbelbremse gemessen werden. Besonders Leistungserzeuger erfordern besondere Leistungsmessgeräte. So war ein Elektromotor entstanden, der im eingeschalteten Zustand z.B. bei Volllastkurven den Verbrenner auf eine bestimmte Drehzahl bringen konnte.

Jetzt werden Sie sagen, was denn wohl für ein Sinn darin bestehen könnte, einen Motor mit einem Gegenmotor zu koppeln. Der Witz liegt in der Lagerung des messenden Teils. Der E-Motor ist also gelagert, hat sogar zwei Ausleger und an diesen kann die Kraft ermittelt werden, die vom Verbrenner bei der eingestellten Drehzahl ausgeht. Und genau diese war hydrostatisch ausgelegt.

Warum? Weil diese Kraft unbedingt ohne irgendeinen Verlust ermittelt werden sollte. Als mir der Assistent etwas von Reibung Null erklärte, habe ich zunächst heftig protestiert, aber wenn während des Versuchs trotz hoher Motordrehzahlen an der Lagerung der Leistungsbremse ein stabiler Zustand erreicht wird, sei so etwas durchaus möglich.

Und dann sah ich mir die Maschine an, zusammen mit dem Leiter der mechanischen Werkstatt, der noch skeptischer als ich geschaut hat. Auf die seitlich am Motorgehäuse befestigten beiden Arme hätten wir uns beide setzen können, da tat sich nichts. Und da ich schon genügend von den Theorien des zuständigen Assistenten infiziert war, verkündete ich großsprecherisch, dass ich nach Abschluss der Arbeiten ein Markstück (es gab noch keinen Euro) auf den einen der beiden Arme legen würde und er würde sich langsam absenken.

Wohlgemerkt, der hydrostatisch gelagerte E-Motor wog über eine Tonne und wohl nur die gute Erziehung des Werkstattmeisters verbot ihm, mich vollends für verrückt zu erklären. Immerhin war das gesamte Teil von einer renommierten Firma entwickelt und gebaut worden und ich ohnehin ein absolutes Greenhorn.

Demontieren konnte ich schon immer gut und auch relativ flott. Dann kam der schwierige Teil mit dem Zeichnen des unmittelbar die große Welle umgebenden Messingteils. Es sollte so umkonstruiert werden, dass genau drei Taschen mit dem Anschluss für Ölleitungen entstanden. Im Prinzip hatte ich alles richtig gezeichnet, bis auf ein Maß, das, wäre es eingehalten worden, das gesamte, nicht gerade billige Teil unbrauchbar gemacht hätte.

Der schon erwähnte Meister hat mich gerettet. Und so klappte dann auch der Einbau. Jetzt muss man wissen, dass zwar die Hydrostatik die Lehre von den ruhenden Flüssigkeiten ist, aber trotzdem Öldruck braucht, damit so ein Lager aufschwimmen kann. Denn eine durch einigermaßen schnelle Drehung sich ergebende Hydrodynamik ist ja nicht gegeben.

Natürlich gehen solche Erlebnisse immer gleich aus: Pumpe eingeschaltet, Öldruck ist da, der Motor lässt sich auch drehen, die Lagerung ist aber von Leichtgängigkeit Lichtjahre entfernt. Sie können es sich denken, der Meister schob nichtssagend von dannen. Ich glaube, es vergingen zwei oder drei Wochen, aber wenn ich mich erst einmal in etwas festgebissen habe . . .

Zumal sich zwischendurch Zeichen einer gewissen Leichtigkeit ergaben. Das Geheimnis lag in der Einstellung der Drücke zu den drei Taschen und so wie die Sonne am Morgen zuverlässig aufgeht, war mir irgendwann wie aus dem Nichts Erfolg beschieden. Der Meister hat wirklich gestaunt. Statt des Markstücks waren auch noch leichtere Münzen erfolgreich.







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