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  Hydraulische Bremse - Drücke



Enorm können die Drücke sein, die innerhalb eines Bremssystems wirksam werden. Da werden die oft genannten 80 bis 100 bar bei weitem überschritten. Das ist auch logisch, weil so ein System auch von Bodybildern heimgesucht werden kann, die in Gefahrensituationen keine Gnade kennen (sollen).

Ist das System also relativ starr ausgelegt, z.B. auch noch mit Stahlgeflecht um die Bremsschläuche, um hier eine Ausdehnung zu begrenzen und ein härteres Pedalgefühl zu erzeugen, dann gibt es eigentlich kaum noch eine eingebaute Begrenzung außer dem Bodenblech. Aber das ist weit, denn auch bei Ausfall eines der beiden Kreise darf es nicht vor vollendeter Betätigung erreicht werden.

Im späten VW-Käfer soll es gerade an den Bremsschläuchen eine solche Begrenzung gegeben haben. Die durften sich bei zu viel Druck ausdehnen und schützten damit den Rest des Systems. Es soll bei der Konkurrenz sogar schon Kraftprotze gegeben haben, die allein durch Fußkraft das Bremspedal verbogen haben.


Die erste große Verstärkung kommt natürlich durch das Bremspedal zustande. Schon in der Skizze oben ist l1 3,5 Mal so lang wie l2. In der Praxis dürfte die Verstärkung noch größer sein.


Hinzu kommt, dass bei allen Fahrzeugen mit hydraulischen Bremsen mindestens vorn Scheibenbremsen eingebaut sind. Da die Trommelbremse wegen ihrer Selbstverstärkung bei gleichem Bremskennwert C laut dem Diagramm unten etwa doppelt so viel Umfangskraft aufbringt, muss man dies durch im Durchmesser deutlich größere Radbremszylinder (Bild ganz oben) ausgleichen.


Ganz wichtig ist die Druckverteilung vorne/hinten. Da gibt es zwei verschiedene Geräte, die ein Überbremsen der Hinterachse verhindern: Der eine regelt grundsätzlich bei Überschreitung eines ganz bestimmten Drucks ab. Der zweite (Bild unten) hat einen Tasthebel zum Fahrwerk, der ihm sagt, wie stark die Hinterachse gerade entlastet wird und danach regelt er den Druck.


Das kompliziert aussehende Leitungsgewirr kommt von der Tatsache, dass es sich hier um eine Diagonalaufteilung handelt, dieser 'lastabhängige Bremskraftregler' also zwei Ein- und Ausgänge mit strenger Trennung braucht. Bei Schwarzweiß wäre die Sache einfacher.

Und wie prüft man ein solches Bauteil? Relativ grob natürlich mit leerem statt vollem Gepäckraum, möglichst allein oder höchstens zu zweit im Auto sitzend. Zeigen sich jetzt bei Teil- oder Vollbremsung schwarze Streifen oder auf nicht asphaltierten Wegen nur Markierungen der Hinterachse, dann überbremst diese und das Bauteil tut nicht, was es soll.

Wenn Sie oben genau hinschauen, kann man den Mechanismus zur Hinterachse sogar verstellen, aber das sollte man vielleicht einem Bremsenprüfstand mit definierten Hinterachslasten überlassen. Übrigens findet sich so ein Regler auch noch in Fahrzeugen mit ABS, weil dieses ja erst nahe der Blockiergrenze zu regeln beginnt.

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