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  Ferrari - Maserati



Irgendwann muss Maserati in diesem Buch vorkommen, noch eher als beispielsweise die Firma Lamborghini. Im Gegensatz zu dieser und zur Fa. Ferrari ist Maserati eigentlich die viel typischere italienische Firma. Sie ist mit ihrer Gründung im Jahr 1914 schon einmal viel älter als beide. Auch hat sie nie unter amerikanischem Kommando gestanden wie Lamborghini. Da sie allerdings schon viel länger existiert, hat sie noch mehr Höhen und Tiefen als Ferrari und Lamborghini erlebt.


1930 Maserati 26 M Sport (Frontansicht)

Erst in der Neuzeit unter dem Dach von Fiat mit Motoren von Ferrari kommt die Firma einigermaßen zur Ruhe. Oben im Bild sehen Sie den Tipo 26B von 1927, die Weiterentwicklung des ersten Rennwagens von 1926. Die war für die Marke Diatto gedacht, aber Alfieri Maserati durfte sie nach Ende der Vertragsbeziehung und ein Jahr vor der dortigen Produktionseinstellung für die eigene Marke verwenden.


1930 Maserati 26 M Sport (Heckansicht)

Alfieri ist wohl der wichtigste der Maserati-Brüder, die für die Kfz-Entwicklung relevant wurden. Einer stirbt bei der Geburt und einer wird Künstler. Leider bleiben auch von den verbleibenden fünf technisch interessierten Brüdern nur drei wirklich übrig. Carlo stirbt schon 1910 vor der Firmengründung. Begonnen hat man 1914 mit der Produktion von Zündkerzen, Wartung und Vertrieb als markenlose Werkstatt und immer schon mit einer Affinität zum Renngeschehen.


Und genau da liegt die Verbindung bzw. Rivalität zu Ferrari. Denn der hat nur drei Jahre Abstinenz durchgehalten. Die Aufgaben als selbstständiger Markenhändler füllen ihn wohl nicht aus. Seit 1927 fährt er wieder Rennen, erreicht mit dem älteren RLSS einen Klassensieg in Alessandria, 200 km westlich, und dem neueren 6c den Sieg in Modena selbst. 1928 wiederholte er beides und holte zusätzlich den dritten Platz in Mugello. Es muss schon etwas passieren, um Ferrari endgültig vom Rennfahren abzubringen und das wird auch passieren . . .

Von seiner Teilnahme als Organisator im Rennsport wird er bis zu seinem Lebensende nicht lassen. Ende 1929 vollzieht er dazu einen wichtigen Schritt, nämlich die Gründung der Scuderia Ferrari, für die er finanzkräftige Partner aus dem Geschäftsleben, später sogar aus dem Adel gewinnt. Ziel ist der Kauf von Rennwagen, natürlich Alfas zu günstigen Konditionen und die erfolgreiche Teilnahme an Rennveranstaltungen. Ferner die Betreuung von Kundenfahrzeugen.


Und genau hier ist der sportliche Konflikt mit Maserati vorprogrammiert. Die kleine Firma Maserati agiert je nach Rennteilnahme gegen die ebenfalls noch im Aufbau befindliche Firma von Ferrari. Die fünf Maserati-Brüder aus Bologna haben sich inzwischen unter der Führung von Alfieri als Hersteller von Rennfahrzeugen deutlich etabliert. Beweis könnte jener Sechszehnzylinder oben sein. Wer die enorme Zylinderzahl nicht glauben will, schaue sich das Bild unten an, da sind zwei Achtzylinder-Abgaskrümmer hintereinander zu sehen.


Noch vor der Firmengründung Ferraris schafft man damit auf einer Strecke von 10 km die für die damalige Zeit sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 250 km/h. Inneritalienisch war man alle Konkurrenten los. Fiat und schon längst Isotta Fraschini waren ausgeschieden, Alfa Verbündeter. Jetzt hat man einen neuen Mitbewerber beim Kampf um die Spitzenfahrer und die ansehnlichen Sponsorgelder. Zum Glück für Ferrari herrschen bei Maserati schwierige Verhältnisse, weil die Brüder mit den Finanzen mehr Schwierigkeiten zu haben scheinen als mit Rennmotoren.

Selbst Fritz Opels Raketenwagen war langsamer.

Wie lange Zeit bei Alfa nimmt man trotzdem einigermaßen regelmäßig an Rennen teil und verkauft auch Wagen an Kunden. Jedoch kommt Alfieri Maserati als Folge eines früheren Rennunfalls 1932 ums Leben und unter der Leitung von Bindo und Ettore schwindet die Dynamik. 1937 verkauft man an den Industriellen Adolfo Orsi, behält allerdings die technische Leitung bei. Nun wird es richtig unangenehm für Enzo Ferrari, denn der Betrieb wird von Bologna nach Modena verlegt, dem Firmensitz von Orsi.

Jetzt donnern die Rennwagen des Konkurrenten bei Probefahrten in ziemlicher Nähe an seinem Haus vorbei. Um einmal eine Dimension von der Konkurrenz zu erhalten, braucht man nur die Ergebnisse der Targa Florio zu nehmen. 1930/31 gewinnt das Werkteam von Alfa mit jeweils Varzi und Nuvolari. Für die nächsten vier Jahre übernimmt die Scuderia das Siegen, wird aber in den weiteren vier Jahren abgelöst von Maserati mit dem berühmten 6CM (Bild unten).










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