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  Design - Einführung



Eigentlich an Einfachheit kaum noch zu überbieten, ein(e) Designer/in und sein/ihr Werkzeug. Ein Bogen Papier und ein Stift, vielleicht noch ein Marker, das war's. Ist dann eine Kamera auf den Werdegang einer Zeichnung oder Skizze gerichtet, dann unterscheidet sich das Ganze nicht mehr sehr von der Bühnenpräsenz eines/r Schauspielers/in oder einer Musikdarbietung.

Fehler scheinen irgendwie verbannt zu sein. Einen Radiergummi sucht man meist vergebens. Bei Tusche musste früher zumindest noch gekratzt werden, peinlich den Kollegen/innen zu Gehör gebracht, aber hier vollzieht sich der ganze Werdegang ziemlich zügig und augenscheinlich ohne Pannen. Bisweilen kommt der Finger innerhalb der Zeichnung zum Einsatz, aber eher, um eine Fläche zu erzeugen und wohl auch nicht zur Korrektur. Geradezu phantastisch wird, wenn jemand mit wenigen Strichen eine Charakteristik entwirft, z.B. die typischen Merkmale einer (bekannten) Person.

Das ist natürlich beim Entwurf von Fahrzeugen eher nicht der Fall. Aber bewundernswert bleibt, wie jemand mit so bescheidenen Mittels solche Effekte aufs Papier zaubert. Man ist versucht, nach dem der Tätigkeit innewohnenden Geheimnis zu fahnden. Irgendein Trick muss doch dabei sein, dessen man sich bedienen könnte, um ebensolche Zaubereien vollbringen zu können. Aber es ist wie bei berühmten Musikern, sie haben nur sich und das Instrument, fast immer die Noten im Kopf und benutzen einfach ihre Erfahrung durch jahrzehntelanges Üben.

Beim Zeichnen kommt, wie meist auch in der Musik, wohl noch ein gewisses Naturtalent hinzu, vielleicht sogar z.B. in der Jugend zu erkennen, dass man so ein Talent hat. Denn an den Strichen, die zu Beginn gezogen werden, ist dies zumindest für einen Laien nicht zu erkennen. Es ist wie mit der Kuh, die nur aus Punkten besteht, man muss mindestens einen Schritt zurücktreten, um das Motiv zu erkennen. So offenbart sich die Zeichnung eines/r Designers/in erst im etwas fortgeschrittenen Entstehungsprozess. Auch hier gilt, wie bei der Genialität der Erfindung des Rades, je einfacher desto besser.

Und kommt die Findung von Ideen als Problem hinzu, dann ist die Einfachheit des Handwerkszeugs noch genialer. Denn Ideen kommen natürlich nicht, wenn man sie am besten gebrauchen kann. Da ist dann eine Serviette, ein Bierdeckel oder sonst etwas hoch willkommen, auf dem man schreiben bzw. zeichnen kann. Die Autowelt ist voll von Geschichten, in denen Gestaltideen dermaßen festgehalten wurden. Oben finden Sie Ben Ponts berühmte Skizze in seinem Notizbuch, mit der er den VW-Oberen die Geburt des VW Bulli schmackhaft gemacht hat.

Fast noch berühmter ist die Zeichnung des geplanten Austin Mini von Alec Issigonis auf einer Papier-Serviette. Immerhin könnte ein/e Designer/in heutzutage ein Smartphone mitführen, aber das Festhalten einer Idee darf auch nicht zu lange dauern, weil gerade während des Aufzeichnens die nächste kommt. Überhaupt scheint ja z.B. das Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst mit Schulklassen für die Findung von Ideen ein Geheimtipp zu sein.

Schon die erste Skizze ist mehr als nur das Dokumentieren einer Idee. Denn diese halten sich meist nicht an Gesetze, die ihre Zeichenbarkeit begünstigen. So muss also direkt schon eine Umsetzung erfolgen, eine weitere Gabe von Designern/innen. Diese ist dann auch schon zur Erleichterung einer möglichen Kommunikation der Idee gedacht, also meist von anderen besser zu verstehen, als die Idee selbst. Vermutlich waren die Designer/innen die ersten, die gezwungen waren, ihre Ideen an den/die Kunden/in zu bringen.

Heute geht es auch für 'gewöhnliche' Ingenieure/innen nicht mehr anders, aber Designer/innen sind denen in der Regel voraus. Man kann davon ausgehen, dass so Einiges an Anstrengung unternommen wird, um Kundenaufträge zu gewinnen. Das geht dann einerseits weit über Skizzen hinaus, erfordert aber bei vorher unerwarteten Nachfragen doch wieder deren besonders knappen Einsatz.

Schon die Vorbereitung einer Präsentation macht den Einsatz von Computertechnik unabdingbar. Aber auch sonst nutzen Designer/innen natürlich die Digitaltechnik. 3-D CAD natürlich mit Rendering-Funktionen, aber auch Software wie Photoshop sind unverzichtbare Werkzeuge. Und bisweilen bleibt der Zeichenstift auch völlig unbenutzt, weil der gesamte Entstehungsprozess mit dem Computer realisiert wird.

Leider geht da manchmal auch ein Stück Freiheit verloren, die in locker hingeschmetterten Linien steckt, ohne jede Angabe von Dicke und Anordnung im Raum. Da kann dann auch noch später präzisiert werden, wenn korrespondierende Anteile am Design ebenfalls Fortschritte gemacht haben. Der Computer aber legt einen fest. Bei dem hat die Linie einen genauen Ort. Man könnte das Teil schon fast produzieren, allein es ist noch zu früh. Freilich ist 'Wisch und Weg' möglich, aber dann bricht vielleicht ein Verbundsystem zusammen. Bestimmte Vorteile der Skizze scheinen für den Computer uneinholbar.

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