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  Chemie - Metalle 5



Wenn man das Ruhrgebiet in der spätindustriellen Zeit kennt, kann man sich gar nicht vorstellen, dass hier noch kurz vor dem neunzehnten Jahrhundert eine ausgedehnte Heidelanschaft war. Kein Fabrikschlot weit und breit, höchstens etwas Ackerbau.

Das Gründungsjahr der MAN wird mit 1758 angegeben, das durch die Gründung der St. Antony Hütte vorgegeben ist, also muss doch eigentlich schon etwas leicht industrielles vorhanden sein. Zumal der Rohstoff, nämlich das Eisenerz, leicht im Tagebau gewonnen werden kann.

Allerdings gehört zum erfolgreichen Verhütten von Eisen nicht nur das Erz selbst, sondern auch Holzkohle und die Energie eines fließenden Baches. Allerdings fürchtet das auf diesen angewiesene Kloster die Verunreinigung und sperrte sich lange Jahre erfolgreich. So erklärt sich das Gründungsjahr, obwohl die Bemühungen zum Bau der Hütte schon 17 Jahre zurückreichten.


Grundsätzlich wurden sogenannte 'Kampagnen' gefahren, die mit dem bis dato gesammelten Eisenerz, der Holzkohle und den Zuschlägen im Normalfall etwa 6 bis 10 Monate dauern sollten, um genügend wenig belastbare Güter herstellen zu können, z.B. Töpfe und wenig hitzeempfindliche Teile von Öfen.

Aber selbst das gelingt mit der Antony-Hütte nicht. Die Kampagnen sind viel kürzer und die Pausen dazwischen jahrelang. Das liegt an der Leitung und dem Personal, was durch die langen Pausen auch starkem Wechsel unterworfen ist. Schwefel der Feind einer guten Qualität, sowohl im Eisenerz, als auch später in der Steinkohle, durch die man versuchsweise die Holzkohle ersetzt.

1875 Roheisenerzeugung mit Holzkohle endet.

Ab 1781, mit neuem Hochofen, werden die Produkte deutlich besser und auch die Kampagnen länger und ertragreicher. Noch können allerdings keine besonders hohen Ansprüche an die Festigkeit der Produkte gestellt werden. Nur die Formgebung kann durch den aus England kommenden Sandguss verbessert werden.

Zur gleichen Zeit kommt die Hütte Gute Hoffnung hinzu, die später sogar dem ganzen Konzern zusammen mit St. Antony und der dritten Hütte Neu-Essen ihren Namen geben. Diese Hütte war größer, hatte zwei Hochöfen, Formhaus, kleinere Werkstätten und genügend Platz für Kohle und Erz. Da auch sie aber 'nur' etwa 80 Leute beschäftigte, kann man die Beschreibung einer weitgehend aus Heide bestehenden Landschaft auch im Bereich Oberhausen verstehen.

Ab 1790 wird zum ersten Mal in Deutschland 'getempert', also durch Nachglühen des Eisenwerkstoffs dessen Qualität verbessert. Die ersten so hergestellten Schienen sind allerdings für Industriebahnen. Koks statt Holzkohle klappt immer noch nicht so ganz, weil die Gebläse anscheinend zu schwach sind. Vor der Eisenbahn kommen die Kriege als Folge der Französischen Revolution als Absatzmöglichkeit.

Kanonenkugeln hat man schon immer gefertigt. Jetzt kommt komplizierteres Kriegsgerät hinzu, Haubitzen und Granaten. Die ersten Kupolöfen zur besseren Nachbereitung des Roheisens und bessere Gebläse lassen kurz nach der Jahrhundertwende den ersten Maschinenguss entstehen, also Gusseisen zum Bau von Dampfmaschinen. Es ist der frühe Einstieg in den Maschinenbau.

Und doch ist der Weg von der Herstellung von Pumpen, Rädern und Kolben für Dampfmaschinen z.B. von Bergwerken bis zu den ersten Lokomotiven noch sehr lang. Die werden zunächst aus England importiert. Man beschränkt sich zunächst auf Schienen und Wagenmaterial, beginnt allerdings mit dem Bau von Dampfschiffen, also komplett aus Eisen statt Holz, bis zum Ende des Jahrhunderts die niederländische Konkurrenz übermächtig wird.

Worauf die MAN, also eine Art Rechtsnachfolger der Hütte Gutehoffung, besonders stolz ist: der Brückenbau. Hier geht es nicht nur um Fertigung der Gussteile, Schmieden und Walzen, sondern auch um Planung des Zusammenbaus. Noch im 19. Jahrhundert plant und realisiert man die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands.


Müngstener Brücke zwischen Remscheid und Solingen







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