Suche

E-Mail

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




  Mobiles  

  F7     F9

 Buchladen

 Aufgaben/Tests

 Formelsammlung




  Allrad 2 - Jeep 1



Hitlers Eroberungsfeldzug durch ganz Europa und Nordafrika ist 'Schuld' an der Entwicklung des Jeeps. Diese bisher nie gekannte Form von 'Blitzkrieg' erfordert völlig neues Transportmaterial. Großbritannien ist der letzte Brückenkopf, der noch standhält, aber wie lange noch. Um die Lufthoheit nicht zu verlieren, bittet man um jede Menge Flugzeuge.

Das hat auch mit der Entwicklung des Jeeps zu tun, denn die Flugzeuge werden hauptsächlich bei General Motors gebaut. Die haben genug zu tun. So bleibt Ford als beinahe einziger Hersteller, der Erfahrung mit wirklich großen Serien hat. Und in der Tat wird man an der Jeep-Produktion beteiligt sein. Doch erzählen wir erst einmal der Reihe nach.

Dem Ingenieur Karl Probst wird die Entwicklung des Jeeps zugeschrieben. Das mag zum größten Teil stimmen, doch mit dem nachträglichen Blick auf die Geschehnisse muss man sagen, es sind Viele mit Gedanken und Taten beteiligt. Das fängt schon bei der Feststellung der Notwendigkeit für eine solche Konstruktion an.

Warum eigentlich, wenn es doch so bressiert, greift man nicht auf Vorhandenes zurück. Die Antwort, es ist ganz einfach nichts Geeignetes für den doch etwas komplizierten Einsatzzweck vorhanden. Immerhin sollen Soldaten und Ausrüstung transportiert werden. Wendig soll das neue Fahrzeug sein und leicht, aber auch schweres Gelände überwinden können.

Wendig und leicht, da denkt man an motorisierte Zweiräder, aber mit denen tut man sich in eher sandigem oder schlammigem Gelände schwer. Außerdem ist die Transportkapazität zu beschränkt. Immerhin ist eine schwer Ausrüstung mindestens mit Maschinengewehr zu transportieren.

Es gibt Gedanken, das vielfach noch vorhandene T-Modell einzusetzen. Immerhin hat es bei vielen Gelegenheiten z.B. auf Farmen seine Geländegängigkeit bewiesen. Aber immerhin liegt sein Produktionsende schon 13 Jahre zurück. Nein, an zwei vorhandenen, aber zu schweren Allrad-Fahrzeugen von Jeffry/Nash und Ford kann man die Vorteile dieses Konzepts deutlich erkennen.

Leichtbau ist schon immer ein Problem amerikanischer Ingenieure gewesen. Sie denken in riesigen Produktionsmargen und auch an die entscheidende Verminderung von Produktionskosten zur Erzielung eines gesunden Kaufpreises, aber das schließt ein wenig das Tüpfteln um das letzte Gramm Leergewicht aus.

Die Army, vermutlich auf der ganzen Welt, hat so ihre Spezialitäten. Z.B. das Geradeaus-Denken. Obwohl man eigentlich den Zeitpunkt für eine vernünftige Entwicklung eines dringend nötigen Vehikels längst verpasst hat, bildet man sich ein, man braucht nur eine Prioritätenliste aufzusetzen und die potentiellen Entwickler eines solchen Produkts stehen Schlange.

Es kommt sogar noch doller, denn als die Liste mit dem Verlangten schon an 135 Firmen verschickt ist, verdoppelt man noch mal eben die Motorleistung. Die Situation erinnert stark an die Gespräche zwischen Hitler und Ferdinand Porsche über die Entwicklung eines Volkswagens. Nur dass Porsche klug genug war, die unmöglich haltbaren Konditionen von Hitler einfach zu bejahen, obwohl er wusste, dass er sie nicht einhalten konnte.

1940 in USA ist es anders. Statt dem erwarteten, enormen Feedback passiert fast nichts. Lassen wir die angeschriebenen Firmen weg, die mangels Betätigungsfeld und Auslastung mit Kriegsproduktion gar nicht in der Lage zu so einer Produktion sind, scheitert der Rest nicht nur an den nicht zueinander passenden Forderungen, sondern auch an den Zeitvorgaben.

Dazu später mehr. Wir kommen zu den beiden einzigen Firmen, die auf die Ausschreibung hin entscheidend tätig geworden sind. Sie können sich den Grund für deren Engagement vielleicht denken: Es steht ihnen das Wasser bis zum Hals. Nur eine nahe an der Insolvenz vegitierende Firma greift nach diesem Strohhalm.

Da ist die relativ kleine Firma American Bantam, wo man seit 1937 die amerikanische Version des Austin produziert. Sie merken schon, die Produktion kleiner Autos ist einer der Schlüssel zur Lösung der Aufgabe und bringt durch das geringe Interesse an solchen im Amerika der Vorkriegszeit (nach dem Krieg ist das anders!) die nötige Motivation.

Wer baut in USA zu der Zeit noch Vierzylinder? Dominierend sind sechs Zylinder und z.B. bei Ford schon V-8. Man hat den Vierzylinder im A-Modell inzwischen aufgegeben. Es war zu langsam und schwer. Außerdem fehlt nicht nur in USA beinahe jegliche Erfahrung mit Allradantrieb, besonders in der geforderten leichten Form.

Impressum