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Auch die Fukushima-Katastrophe ändert nichts an der Tatsache, dass Japan zu den bedeutendsten Industrienationen der Welt zählt. Allerdings sind noch immer große Teile des Kapitals im Ausland gebunden. Auch die Macht des Ministeriums for International Treaty and Industry ist nicht mehr die gleiche, war es aber in der Vergangenheit auch weniger als von außen gesehen. Denn es kann nur seinen riesigen Analyse- und Rechercheapparat einsetzen, Firmen beraten und Möglichkeiten anregen. Macht im Sinne von Durchsetzung für richtig befundene Entscheidungen hat das MITI nicht, im Prinzip auch keine Subventionsgelder.

Man sagt den Japanern nach sie seien nicht per se erfinderisch, was so pauschal auch zu bösen Vorurteilen führen kann. Richtig ist vielleicht, dass in diesem Land das Nach-vorne-Preschen nicht wirklich beliebt ist. Selbst der Ministerpräsident gibt sich eher demütig und Manager im Arbeitsanzug ihrer Fabrikarbeiter sind keine Seltenheit. Wir haben es während der Berichterstattung über Fukushima gesehen, wie sich Zurückhaltung und Disziplin in der Tradition Japans wohltuend auf die allmähliche Bewältigung der Katastrophe auswirken.

Patente enthalten nicht immer Bahnbrechendes, so kann Japan hier Spitze sein und trotzdem nicht den Verbrennungsmotor erfunden haben. Jedenfalls ist z.B. der Vorsprung auf dem Gebiet der Hybridtechnik immer noch spürbar, auch wenn die Fa. Toyota Rückschläge hinzunehmen hatte. Die Stärke der Ingenieure dort scheint immer noch in der Analyse und peinlich genauen Fehlerbeseitigung zu liegen. Übrigens sollte man von einer gewissen Demut nicht auf Anspruchslosigkeit schließen.

Bei uns würde man diese bürgerliche Tugenden nennen, der Wille, etwas darzustellen, politisch und wirtschaftlich eine Rolle zu spielen, sowohl als Staat wie auch als einzelner Mensch. Man darf sich von dem Äußerungsverhalten nicht täuschen lassen. Wie so oft tritt der größere Anspruch eher bescheiden auf. Auch man selbst muss sich ja manchmal fragen, ob ein gewisses Machtgehabe nicht eher schadet als nutzt. Diplomatie ist da meist der bessere Ratgeber.

Der Japaner dient der Sache mit dem Stolz eines britischen Butlers. Er fühlt sich durch diese Tätigkeit nicht erniedrigt, ganz im Gegensatz z.B. mancher mitteleuropäischer Menschen, die schon beim kleinsten Anzeichen von Sachzwang um den Erhalt ihrer Persönlichkeit fürchten. Der Japaner (eigentlich wieder zu pauschal) misst sich eher an der Aufgabe und leidet, wenn er ihr nicht gerecht wird. Einen Anspruch persönlich zu nehmen und nicht bei Misserfolg leicht von sich abzulenken, wird in unseren Breiten eher als unnötiger Stress abgetan. Wir haben vielleicht die reinigende Wirkung einer 'Blamage' verlernt.

Leider kommt im noch immer etwas 'feudalistischen' Denken der Japaner die Aufgabe der Frau zu kurz. Sie ist noch weniger in Führungspositionen vertreten als in den konventionellsten westlichen Ländern. Dabei wäre das angesichts der Überalterung der japanischen Gesellschaft und der fehlenden Immigration dringend nötig. Nicht vergessen darf man angesichts solcher Generalurteile, dass die Jugend sich schon sehr deutlich dem Westen annähert. Hier rafft die Vernetzung wahrscheinlich manchen Erziehungsunterschied hinweg, mit Vor- und Nachteilen.

Weitere Besonderheiten sind relativ schnell aufgezählt. Anschließend an das vorige Thema ist auch die Nichtzulassung ausländischer Manager auf Spitzenplätze der Wirtschaft deutlich. Außenpolitisch bescheren die Sanktionen des letzten Weltkrieges den Japanern offensichtlich immer noch bescheidene Militärausgaben. In seiner Armut an Rohstoffen ist Japan vielleicht mit Deutschland vergleichbar. Es gibt trotz großer Mentalitätsunterschiede gute Verbindungen zu USA. Wobei man von Europa aus leicht vergisst, dass beide Länder über den Pazifik hinweg eigentlich Nachbarn sind. 04/12




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