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Auf der großen Weltkarte sieht Japan so klein aus. Schaut man genauer hin, ist es etwas größer als Deutschland und hat sage und schreibe 3500 Inseln. Bedenkt man jetzt die doppelt zu hohe Einwohnerzahl und die vielleicht auch noch bergigere Struktur, kann man auf eine wesentlich höhere Einwohnerdichte schließen. Allerdings verringert sich die Einwohnerzahl durch das sehr hohe Durchschnittsalter der Japaner langsam. Dies ist auch durch das Fehlen von Immigration bedingt. Die Japaner bleiben praktisch unter sich.

Von der politischen Struktur her bezeichnet man Japan als Demokratie mit einem (stets männlichen) Kaiser als obersten Repräsentanten. Die Liberal demokratische Partei hat nach dem Zweiten Weltkrieg lange Jahre die Politik und vor allem auch die Wirtschaftsentwicklung mitbestimmt, ähnlich wie in Deutschland vielleicht die CDU, allerdings deutlich länger bis etwa 1993.

Immerhin zählt Japan zwei Plätze vor Deutschland und nach den USA zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, wobei nicht nur der Westen, sondern auch Asien einen wesentlichen Teil des Exports ausmacht. Ein wichtiger Teil der wirtschaftlichen Aktivitäten findet allerdings durch vielfache Verlagerung von Fertigungskapazitäten im Ausland in der Blütezeit statt. Man darf vermuten, dass auch diese Entwicklung zu der krisenhaften Situation ab etwa 1990 beigetragen hat. Weitere Gründe sind die lange Zeit des staatlichen Dirigismus und, damit evtl. verbunden, das viele geliehene Geld ohne ausreichende Sicherheit, was zu einer drastischen Staatsverschuldung geführt hat.

Bis dahin hatte Japan ein allerdings länger andauerndes Wirtschaftswunder als in Deutschland erlebt. Viel später setzt dessen wirtschaftliche Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Ähnlich ist die Rohstoffarmut. Also ist industrielle Aktivität nicht nur für den Export auf Häfen angewiesen. Es gibt aber auch begünstigende Faktoren. Dazu zählt das Ministry for Trade and Industry. Von hier kommen in dieser Zeit die z.T. sehr einschneidenden Direktiven, aber auch die Hilfen für einen erfolgreichen Industrieaufbau.

Begünstigend für ein Land fast ohne Rohstoffe ist das japanische Bildungswesen. Ähnlich den meisten Teilen der Welt dauert die Grundschule 6 Jahre, an die sich Mittel- und Oberschule mit je drei Jahren anschließen. Das Bildungswesen wird zentral geleitet, Ganztagsschule ist üblich. Allerdings ist ein z.T. sehr hartes Aufnahmeprüfungssystem bekannt, was bis zur Erschöpfung ausgerechnet am Beginn eines Studiums führen kann. Vielleicht passt zu einem solch auswahlorientierten Schulsystem die relativ üppige Presselandschaft.

Bis zur großen Krise gilt für männliche Arbeitnehmer unausgesprochen das Prinzip der lebenslangen Zugehörigkeit zu einem (Groß-)Betrieb. Inzwischen kennt aber auch Japan bis zu 5 Prozent Arbeitslosigkeit. Immer noch üblich ist die Zusammengehörigkeit auch nach der Arbeit. Zusammen mit z.T. hohen Mieten und damit verbundenen langen Wegen zum Arbeitsplatz kommt es so zu einer überdurchschnittlichen Abwesenheit arbeitender Menschen von zu Hause. Hinzu kommt die Urlaubsregelung, die selten viel mehr als 8 bis 10 Tage bei geringerem Jahresvolumen ermöglicht. Inzwischen gibt es auch in Japan Zeitarbeit mit den entsprechenden negativen Folgen.

Während die in der Regel noch relativ gute Bezahlung der Arbeit und die ebenfalls hohen Kosten der Lebensführung einen gewissen Vergleich mit Deutschland zulassen, gilt das für die Verkehrssysteme nicht wirklich. Überdurchschnittlich entwickelt ist der Zugverkehr mit einer für unsere Verhältnisse unglaublichen Pünktlichkeit. Der 1964 entstandene Shinkansen ist der mit Abstand älteste Hochgeschwindigkeitszug der Welt. Leider ist diese positive Beurteilung nicht unbedingt auf die Nahverkehrssysteme übertragbar. Pendler haben es in Japan schwerer als in Deutschland. Besonders schlimm sind die Verkehrsprobleme in und rund um Tokio. Die U-Bahnen und Nahverkehrszüge befördern pro Tag ca. 8,7 Millionen Passagiere, die von "Drückern" mit weißen Handschuhen in die Waggons gepresst werden. Auslastung der Züge zu 199 Prozent ist keine Seltenheit.

Das liegt auch am Straßennetz, das mit der rasanten Entwicklung des Autoverkehrs nicht Schritt halten konnte. Es gibt vier Mal so viele Autos pro Kilometer wie in Europa. Die Geschwindigkeit ist in ganz Japan auf 100 km/h begrenzt, im Großraum von Städten auf 50 km/h. Die Staus sind so groß, dass viele Japaner ihr Auto stehen lassen bzw. nur Teilstrecken mit ihm zurücklegen. Nicht selten hat ein Auto dort nur ein Viertel oder noch weniger an jährlicher Laufleistung im Vergleich zu Deutschland. Der Einfluss von außen ist z.B. durch Tourismus ist so gering, dass selbst in den Achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch kein Versuch existiert, wenigstens auf allen Autobahnen Schriftzeichen in einer für Europäer oder Amerikaner verständlichen Form zu offerieren. Immerhin ist das arabischer Zahlenformat üblich.

Es gilt auch kein Führerschein aus den genannten Ländern, was natürlich zu der nur für Japaner zu verstehenden Beschilderung passt. Übertretungen der Geschwindigkeit werden hart und gleich an Ort und Stelle geahndet. Wer mehr als 100 km/h fahren will, muss oft weit entfernte Privatstrecken aufsuchen. Genauso hart sind offenbar die Regeln des japanischen TÜV, die damit der Automobilindustrie natürlich einen Dienst erweisen. Fährt man von der Autobahn ab, sind Landstraßen selten mit einem Schnitt über 50 km/h zu bewältigen. Zu eng und vor allem zu viele durchgezogene Mittellinien. Wenn man von der bisher geschilderten Situation nicht in die Bahn oder das Flugzeug getrieben wurde, dann vielleicht von den vielen Straßen- bzw. Tunnel-Benutzungsgebühren. Die Suche nach typisch Japanischen Accessiores sollten man professionell vorbereiten, denn spontan vor Ort sind typisch japanische Hotels kaum zu finden. Auch ebensolche und obendrein noch sehr teure Restaurants nicht. So endet die Suche nicht selten an der wesentlich günstigeren Selbstbedienung. Typisch für Japan ist wohl der vergleichsweise geringe Platzbedarf der Menschen auch im Hotel.

An dieser Stelle sei noch einmal auf den super pünktlichen Betrieb japanischer Bahnen hingewiesen, denn die Verkehrssituation scheint sich nicht unbedingt verbessert zu haben. Inzwischen ist es natürlich sehr wohl möglich, z.B. als Europäer in Japan Auto zu fahren, wenn es denn möglich ist. Ein Zug aber hält so exakt an, dass sich schon im Vorfeld Schlangen bilden können, auch wenn von einem Bahnsteig mehrere Züge hintereinander abfahren. Vergleichbar mit Deutschland ist deshalb nur der Güterverkehr auf der Schiene, der in Japan eher noch spärlicher ist. 05/14



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