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  Reifenherstellung




Wie wichtig der Reifen für das Fahrzeug ist, das zeigt eindrucksvoll die Formel 1. Während Verbesserungen z.B. an der Aerodynamik sich bei den Rundenzeiten in Zehntelsekunden niederschlagen, machen ebensolche an den Reifen oft ganze Sekunden und mehr aus. Ein anderes Extrembeispiel ist der Flugzeugreifen, der beim Landen u.U. von -50°C aus den höheren Luftschichten auf bis zu 120°C gebracht wird. Außerdem wird diese Art von Reifen auch noch am häufigsten runderneuert.

Das Bild oben zeigt nur eine geringe Anzahl von Stoffen, die für die Reifenherstellung nötig sind, in Wirklichkeit können es über 200 sein. Dabei ist der wichtige Rohstoff des Reifens, der Naturkautschuk, nicht zu ersetzen. 75 Prozent der Weltproduktion sind alleine für die Reifenherstellung vorgesehen. Manche Produzenten verfügen sogar über eigene Gummibaum-Plantagen, um sich den Rohstoff zu sichern. Auch sehr wichtig ist Ruß, der dem Reifen nicht nur eine höhere Abriebfestigkeit und Stabilität, sondern auch die schwarze Farbe gibt.

Die Gewinnung von Naturkautschuk ist langwierig. Latexmilch nach Anschneiden aus dem Gummibaum kommt - Jahre nach der Pflanzung - in weiß-rötlicher Farbe, mit Essigsäure vorbehandelt und vorvulkanisiert, als elastischer Brocken nach Europa. Zusammen mit der Vulkanisation bildet sie das Rückgrat der Reifenherstellung.

Die Vulkanisation wird 1839 nach vielen Rückschlägen von Charles Goodyear erfunden. Durch Zugabe von Schwefel, Zinkoxid (früher Bleioxid) und Terpentin entsteht eine formbare, stabile Masse. Später wird bei möglichst gleichbleibender Temperatur von ca. 130°C aus den klebrigen, noch ohne richtigen Verbund zusammengefügten Teilen ein fertiger Reifen, der die oben beschriebenen Anforderungen erfüllt.

Das Herstellungsdatum eines Reifens lässt sich übrigens an der Reifenbezeichnung ablesen. Innerhalb der DOT-Nummer zur Identifikation taucht vor 2000 eine dreistellige und heute eine vierstellige Zahl auf. Dabei bezeichnen die ersten beiden Ziffern die Produktionswoche von 1 bis 52 und die letzte(n) (beiden) Ziffer(n) das Produktionsjahr. Dies sind z.B. auch wichtige Hinweise, wenn der Reifen runderneuert wird/ist. Deshalb steht die DOT-Bezeichnung meist sehr nahe an der Felge. 08/08




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