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Reifenmontage



Reifen montieren: mindestens 15°C, höchstens 50°C!

Die modernen, sehr flachen Reifen unserer Zeit machen die Montage nicht gerade einfacher. Das Material selbst wirkt dabei eher filigraner als früher, was zusammen mit der Kraft heutiger Montagemaschinen eine gefährliche Mischung ergeben kann, wenn man nicht mit der nötigen Verantwortung an die Sache herangeht.

Das fängt schon vor dem Abnehmen des Reifens von der Felge an. Passt die Größe und werden sowohl Last- als auch Geschwindigkeitsindex nicht unterschritten? Was gibt der Hersteller für eine Empfehlung? War überhaupt ein zulässiger Reifen montiert? Darf der neue Reifen überhaupt montiert werden? Es gibt zurzeit z.B. eine neue Kennzeichnungspflicht für ein bestimmtes Geräuschverhalten ('Sound').

Zunächst muss der Reifen auf jeder Seite nach innen gedrückt werden. Geschieht dies mit einer sogenannten Abdrückschaufel, sollte diese unmittelbar über dem Felgenhorn angesetzt werden, damit sie nicht abrutscht und die Reifenflanke beschädigt. Auch wenn mit der Rolle abgedrückt wird, meidet man am besten den Bereich des Ventils, weil hier ein Reifendrucksensor zu vermuten ist. Beim anschließenden Aufspannen vermeidet man, dass die Spannklauen die Flanke beschädigen.

Das Gleitmittel ist auch für die Demontage da. Mit einem flachen Pinsel streicht man Felgenhorn, Wulst und angrenzende Flanke ein, um das Gleiten über das Felgenhorn zu erleichtern. Dabei ist die Gegenseite natürlich kräftig ins Tiefbett zu drücken. Denken Sie daran, auch der Reifen, den Sie demontieren, könnte noch einmal Verwendung finden. Oder Sie müssten jeden Reifen so zurichten, dass man schon beim ersten Anblick eine Weiterverwendung ausschließt.

Grundsätzlich darf kein Montagewerkzeug irgendwelche Grate oder scharfe Kanten haben. Für manche Teile von Geräten gibt es Kunststoffabdeckungen, z.B. für die Abdrückschaufel. Die Felge ohne Reifen sorgfältig kontrollieren und evtl. zusätzlich säubern. Bei ungewöhnlicher Reifen-Innenkante oder Hump-Form ist die Frage zu klären, ob der Reifen überhaupt zu dieser Felge passt.

Heute sind viele Fahrzeuge mit einer Reifendruckkontrolle meist am Ventil ausgerüstet. Gehen Sie zunächst einmal davon aus, dass deren Batterie die Lebensdauer des Reifens nicht übersteht und vermutlich komplett erneuert werden muss, wenn es vom Hersteller nicht anders vorgeschrieben ist. Ziehen Sie den (eingeschmierten) Ventilgummi vorsichtig ein und kontrollieren Sie seine Dichtigkeit. Für das eingeschraubte Ventil gibt es sogar einen Drehmomentschlüssel.

Kennzeichnungen auf Reifen und Felge gehören übereinander.

Die 'leere' Felge wird mit der Außenseite nach oben eingespannt, weil deren Weg vom Tiefbett zum inneren Felgenhorn oft ellenlang ist. Der gesamte Reifen wird also immer von der Felgenaußenseite her montiert. Auch hier ist jeder Teil des Reifen, der schon das Felgenhorn überwunden hat, auf der Gegenseite des Maschineneingriffs ins Tiefbett zu drücken. Vermeiden Sie grundsätzlich beim Lauf eines Montierhebels oder der Felge Verspannungen. Sobald Sie den Vorgang als zu schwergängig empfinden, brechen sie diesen ab.

Sollte schon ein Defekt am Reifen zu sehen sein (Riss), gestehen Sie sich und anderen dieses Malheur ein. Noch ist es eins. Wird aber der Reifen trotzdem montiert und die Stelle dadurch evtl. unsichtbar, kann daraus leicht eine Katastrophe werden. Ein Neuanfang allerdings ohne neuen Reifen ist ebenfalls nötig, wenn irgendwelche Teile, die eigentlich durch die Maschine festgehalten werden sollten, sich selbstständig machen, wie z.B. eine mit rotierende Felge.

Arbeiten Sie beim Aufziehen des Reifens vom Ventil weg. Gerade dessen Gummi (oder Sensor) könnte durch den gerade übergestülpten Wulst beschädigt werden. Untersuchen Sie akribisch den Reifen, wenn Ihnen beim Aufziehen etwas verdächtig erscheint. Scheuen Sie nicht davor zurück, den Reifen noch einmal von der Felge zu nehmen. Sollten Sie selbst nicht genug Hände haben, den Wulst im Tiefbett zu halten, gibt es dafür geeignete Niederhalter.

Ist der Reifen montiert und kann die Druckluftanlage mehr Luft liefern, als am Wulst vorbei verloren geht, kommt es auf den sogenannten Springdruck an. Das ist nicht der höchste Druck von etwa 4 bar (beim Pkw- Reifen), sondern der ist niedriger. Springt der Reifen bei diesem, geringeren Druck nicht, muss die Ursache erforscht werden und darf nicht auf den Setzdruck erhöht werden. Es besteht wohl sonst die Gefahr, dass der Reifen beim Springen beschädigt wird. 09/10


Reifenmontage teilautomatisiert ...


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