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Der Kolbenring soll möglichst auf der Zylinderwand gleiten. Reine Flüssigkeitsreibung ist das Ziel. In der Praxis kommt es aber eher zu Mischreibung, auch wenn er auf einem Schmierfilm mit Schmiertaschen gleitet. Der Anteil der Flüssigkeitsreibung kann durch eine gewisse Geschwindigkeit des Kolbenrings (Kolbens) erreicht werden. Deshalb sind z.B. die Totpunkte ungünstig für die Wirksamkeit des Schmierfilms.

Heutige Kolbenringe scheinen auf den ersten Blick aus geraden Flächen zu bestehen. Da ist nichts mit Abschrägung, wie wir es z.B. von einem Trapezring annehmen würden. Und doch kann eine solche Trapezform vorliegen, nur mit viel geringerer Schräge als man es allgemein erwartet. Es gibt leicht ballige Formen, auch wenn der Kolbenring z.B. nur einen Millimeter Höhe hat.

Eigenartigerweise ist der sich verengende Spalt gut für die Vollschmierung. Wenn dann noch genügend in ihrer Tiefe meist exakt definierte Vorratsräume hinzukommen, also genügend Schmierstoff vorhanden ist, lässt sich Reibung zwischen Kolbenring und Zylinderwand ausgezeichnet vermeiden. Und für die Abdichtung ist es ebenfalls von Vorteil.

Die Schaffung definierter Vorratsräume wird auch 'Honen' genannt. Sie steht am Ende der Zylinderfertigung und stellt gleichzeitig einen Kompromiss dar zwischen der für die Ölrückhaltung nötigen Rauheit, einer genügend verbleibenden Tragestruktur für Kolbenschaft und Kolbenringe und der wegen der geforderten CO2-Emissionen nötigen geringen Reibung.

Drei Verfahrensschritte sollten in diesem Zusammenhang noch erwähnt werden. Das Formhonen setzt ein Wissen über mögliche Verformungen des Zylinders im Betrieb voraus und weicht bei der Fertigung so von der Zylinderform ab, dass sie im Betrieb besser erreicht wird. Das Nanohonen sorgt vor dem Laserhonen für eine spanende Bearbeitung, die eine verbesserte Haftung der aufgespritzten Partikel ermöglicht. Und schließlich ist nach dem Laserhonen noch ein Arbeitsgang nötig, der die abgeschmolzenen Teile glättend entfernt. 09/12

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