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Harry St John Philby (*1885) ist ein britischer Diplomat mit starkem Bezug zum Nahen Osten, befreundet mit Jawaharlai Nehru, dem späteren Premier von Indien. Er ist in erster Ehe mit einer Britin verheiratet, hat später eine arabische Frau. Er konvertiert und wird zum Scheich Abdullah. Nach langjährigen Diensten auch beim britischen Geheimdienst kommt es zum Bruch mit seinem Geburtsland und St John Philby ist, obwohl immer noch in dessen Diensten, besonderer Vertrauter und Ratgeber von Ibn Saud bei der Gründung von Saudi Arabien. Im Prinzip hat er die Rolle eines Doppelagenten gespielt, sein Wissen über britsche Befindlichkeiten ausgenutzt, um Ibn Saud als Ordnungsfaktor im arabischen Raum auf den Thron zu helfen.

Ähnlich einflussreich ist St John Philby auch, als sich die amerikanische Standard Oil of Florida um eine Konzession in dem neu gegründeten Staat bemüht. Dem geht es 1933 wegen der weltweiten Wirtschaftskrise schlecht und er hat auch weniger Pilger zur heiligen Stadt Mekka zu beklagen. Da hilft so ein 60-jähriges Abkommen. Allerdings sind die Vorbehalte gegen die in der Region bestimmende Macht England groß, so dass es mit einem amerikanischen Konzern in Kraft tritt.

Es ist mehr als nur ein Wirtschaftsdeal. Die Nähe zur USA garantiert zu dieser Zeit Saudi Arabien die relative Unabhängigkeit. Amerika kann umgekehrt später in dem Land Militärbasen und entsprechende Häfen benutzen und von da aus als künftige Supermacht agieren. Im Gegenzug zu den enormen Einnahmen fließt ein Teil des Geldes durch Waffenlieferungen wieder zurück. Insgesamt verläuft die Zusammenarbeit so erfolgreich, dass Saudi Arabien später zum weltweit bedeutendsten Ölförderer aufsteigen wird.

Nach 1933 rückt der Zweite Weltkrieg langsam ins Blickfeld. Deutschland rüstet auf, hat aber seine Konzessionen verloren. Der Treibstoffbedarf kann nur sehr unzureichend mit rümänischen Quellen gedeckt werden. Ab 1922 springt die auf Devisen dringend angewiesene Sowjetunion ein, was bis zum Einmarsch dort 1941 eine gute Zulieferbasis verspricht. Die IG-Farben versprechen Hitler, mit synthetischem Öl aus (Braun-) Kohle, die für den Kriegsfall immer noch vorhandenen Lücken auszufüllen.

Noch heute ist erstaunlich, wie viele Anhänger Hitler in der Großindustrie gerade auch im Ausland hatte. Da sind nicht nur Ford und Detering (Shell), auch andere Teile z.B. der amerikanischen Großindustrie scheinen zu helfen, wo sie nur können. Neben Ford wird auch Opel bis weit in die Kriegswirren hinein Deutschland Autos verkaufen, Opel sogar einen Musterlastwagen, den auch Mercedes bauen muss.

Ähnlich verhält es sich mit Lieferungen im Kraftstoffbereich. Zur Verflüssigung von Kohle braucht man Ethyl. DuPont in USA stellt so etwas in der Vorkriegszeit her. Wie gut, dass es besondere Beziehungen bei den Märkten und den Entwicklungen zwischen DuPont und IG-Farben gibt. Auch Standard Oil hilft zumindest bis Kriegsbeginn mit Lieferungen aus. So wird das Vorprodukt der Alliierten zu einer unabdingbaren Hilfe z.B. zur Bombadierung Englands.

Umgekehrt fällt es den Briten schwer, an ihre konzessionierten Vorräte zu kommen, zumindest in den ersten zwei Kriegsjahren, als deutsche U-Boote sehr erfolgreich Konvois mit Tankern angreifen können und die Amerikaner nicht vom vom verstärkten Schutz solcher Transporte zu überzeugen sind. Damit wäre Britannien, nach dem Fall von Frankreich zunächst einziger verbliebener Hitler-Gegner, beinahe von lebenswichtigen Lieferungen abgeschnitten worden.

Es gibt nicht wenige Stimmen, die sagen, im Zweiten Weltkrieg sei das Erdöl oder die Jagd danach kriegsentscheidend gewesen. Hätte sich Hitler bei seinem Ost-Feldzug zunächst direkt nach Moskau ausgerichtet und nicht zuerst die Quellen im Kaukasus im Auge gehabt, er hätte vermutlich gesiegt. Das ist allerdings eine Aussage, die rein die Macht des Erdöls betonen soll und in keinem Fall auch nur ein Wunschgedanke des Autors. Eine (westliche) Welt unter der Fuchtel eines solchen Terror-Regimes kann man sich nur als schrecklich vorstellen. 08/12

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