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Sie wissen es wahrscheinlich schon, die schwierigsten Stellen für ein großes Orchester sind die leisen. Hier die Spannung zu halten, gerade bei wenigen zu spielenden Tönen, erfordert besonders viel Aufmerksamkeit. So ist es auch bei unseren Autos. Sie werden immer leiser und die Fahndung nach störenden Geräuschen immer diffiziler.

Dass man (oft fälschlicherweise) die Qualität eines Autos danach beurteilt, wie satt die Türen ins Schloss fallen, wissen Sie sicher auch schon. Neu ist daran, dass man eben nicht nur Geräusche wegkonstruiert, sondern die vorhandenen designt. Spätestens dann wird aber auch klar, dass es mit empirischen Messungen in diesem Bereich nicht weit her ist. '65 dB' steht triumphierend auf meiner frisch erworbenen Gartenpumpe. Allein, ich empfinde sie trotzdem noch als recht laut.

Dabei ist das, was wir zu hören meinen, noch längst nicht das, was unser Ohr wahrnimmt. Dazwischen ist das Gehirn geschaltet und das filtert. Daher auch die Überraschung, wenn man Tonaufnahmen mit dem soeben gehörten vergleicht. Am schlimmsten ist das mit der eigenen Stimme.

Gehörtes wird also individuell wahrgenommen, genau wie z.B. Unfallgeschehen. Das macht es aber für den Akkustiker noch schwieriger, ein für möglichst viele potentielle Käufer leises oder besser angenehm klingendes Auto zu konstruieren. Hinzu kommt, dass sich Geräusche komplex zusammensetzen.

Ein schönes Beispiel ist die C-Klasse von 1993. Deren Dieselmotoren arbeiteten mit der E-Klasse zufriedenstellend zusammen, erzeugten hier jedoch unangenehme Geräusche, was dem Image des Wagens schadete. Das bedeutet, der Motor passt nicht ganz zu dieser Karosserie. Vorteilhaft ist, dass beide Teile damals von einem Hersteller, nämlich von Daimler-Benz selbst hergestellt wurden.

Heutzutage macht das Werk aber immer weniger selbst und die Zulieferer nach eigenen Angaben bis zu 80 Prozent eines Autos. Können Sie sich vorstellen, wie eng die einzelnen Beteiligten einander zuarbeiten müssen, damit es nicht zu Kalamitäten kommt. Und wenn doch, ist noch mehr Kooperation angesagt. Nicht zuletzt deshalb haben die Hersteller manchen Zulieferer in ihre unmittelbare Nähe gebeten.

Um noch einmal zum Garten zurückzukehren. Würden meine Nachbarn ihre Flächen in einem durchmähen, wäre es weniger störend als wenn der Mäher zwischendurch abgeschaltet wird. Natürlich ist eine vollkommene Stille eine Gnade, die immer weniger Menschen zu erreichen in der Lage sind. Wobei mir Kindergeschrei fast noch ein angenehmer Lärm ist.

Sie sehen, man kann den gleichen Lärmpegel höchst unterschiedlich beurteilen. Auch der Ausbreitungstrichter von Geräuschen ist ein wichtiges Kriterium. Es hat eine Zeit gedauert, ehe ich die früher übliche Anordnung von Lautsprechern oben im Armaturenbrett verstand. Es ging dabei um die Reflexion an der schrägen Windschutzscheibe.

Am einfachsten wäre es, den Innenraum eines Fahrzeugs einfach luftleer zu pumpen. Aber dann müssten wir mit Atemmasken fahren. Daran sehen wir, dass der Schall durch Schwingungen der Luft übertragen wird. Tiefe Töne entstehen durch große Amplituden in langsamer Folge. Umgekehrt sind bei hohen Töne die Schwingungen von Lautsprechermembranen kaum zu erkennen.

Von einem Geräuschzentrum geht es in alle Richtungen. Im günstigsten Fall in den Bodenteppich und ist dort unrettbar verloren. Da unsere Ohren meist nicht direkt in der Richtung der Schallausbreitung liegen, kriegen wir meist die Reflexionen mit, was wiederum von der Beschaffenheit dieser Flächen abhängt.

Fahren Sie mit einem Wohnmobil vor und nach erfolgtem Umbau Probe und Sie bemerken sofort den Unterschied. Laut heißt dabei übrigens große Amplitude, Frequenz bestimmt die Tonhöhe. Im ungünstigen Fall wird nicht nur reflektiert, sondern es kommt eine Schallquelle hinzu. Dann wird es schon schwieriger, weil es zu einer Überlagerung von Schallwellen kommt.

Sie kennen das bestimmt schon: Phasengleiche Wellen verstärken sich, phasenversetzte schwächen sich ab. Voraussetzung für solch reine Theorie: Die Frequenz muss einigermaßen übereinstimmen, sonst wechseln sich besonders laute und leise Stellen ab. Raffinierter sind Systeme, die in jedem Moment Schallpegel messen und das dafür geeignete Gegengeräusch aktivieren.

In Fahrzeugen der Oberklasse ist so etwas schon eingebaut. Allerdings auch nicht einfach zu handhaben. Denn soll nur der/die Fahrer/in Ruhe haben oder alle Insassen? Wollen überhaupt alle die totale Geräuschlosigkeit? Denken Sie an die diversen Sportauspuff-Liebhaber/innen. Ein Ferrari ohne Sound, undenkbar.

Wahrscheinlich haben Sie auch schon von den Lautsprechern im Auspuff gehört oder auf unseren Seiten gelesen. Damit können Sie dann vom Innenraum aus wählen. Vielleicht sind Sie ja heute genervt, dann soll das Geweih hinten heraus leise sein. Oder Sie wollen die Kuh fliegen lassen und alle Welt soll es hören. Darüber haben wir übrigens noch gar nicht gesprochen, den Unterschied zwischen Innen- und Außenwahrnehmung.

Also zu leise soll es nicht sein und manche mögen das Auto als rollenden Konzertsaal und andere wiederum als verlängertes Ego. Wie soll man diesen verschiedenen Charakteren gerecht werden? Üblicherweise erwartet der Gesetzgeber, dass die Warnzeichen von Unfall-Hilfsfahrzeugen erkannt werden, weshalb er z.B. Kopfhörer verbietet.

Es läuft tatsächlich wieder einmal auf ein elektronisches System hinaus, dass Gegenschall gezielt und millisekundengenau einsetzt. Irgendwann melden sich dann wieder die Verfechter ursprünglichen Autofahrens zu Wort, die längere Autobahntouren am liebsten im alten Standard-Käfer absolvieren. Radiohören nur mit stark überhöhter Lautstärke möglich.

Denken Sie doch einmal an die Umwelt. Was hat man früher Geld für einen Sechszylinder ausgegeben. Heutzutage ist Downsizing angesagt. Den Sechszylinder ahmen wir dann schallmäßig nach und unter die Haube schaut ohnehin niemand mehr. Oder gar Diesel mit Ferrari-Sound on demand und fast ohne Mehrkosten, das wäre was. 07/12


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