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  Glas 1





Glas ist zwar schwer, aber ein preiswerter Werkstoff und sehr gut schmelz- und bearbeitbar. Eine relativ widerstandsfähige Oberfläche zeichnet es aus, besonders auch gegen chemische Einflüsse. Neben seinen optischen Fähigkeiten wird Glas heute auch als Karosserieelement eingesetzt. Wird es geklebt, verstärkt es beträchtlich. Es gibt schon Autos, bei denen die Windschutzscheibe ohne Unterbrechung in das Dach übergeht.

Glas kann isolieren, Sonnen-, UV- und Röntgenstrahlen abhalten. Beschichtungen auf und zwischen Glasschichten enthalten noch ungeahnte Möglichkeiten. Man kann mit ihnen Strom erzeugen oder eine vom fließenden Strom abhängige Tönung erzielen. Schusssicheres Glas schützt vor Kriminellen, erhöht aber das Leergewicht beträchtlich. Schon als einfaches Verbundglas ist es kaum zu überwinden. Glasfaser kann Daten in riesigen Mengen transportieren, und wird ebenfalls auch schon im Auto eingesetzt.

Erste Glasfunde, Glasschmelzen, Glasgefäße und sogar Brillengläser gehen auf die Zeit vor Christi Geburt zurück. Erfunden 4000 Jahre vorher in Mesopotamien war zu dieser Zeit auch schon die Glasmacherpfeife (Bild 2), ein Eisenrohr mit Holzgriff, das flüssiges Glas aufnehmen und durch Drehen, richtiges Anblasen und evtl. einer Zusatzform, die gezielte Herstellung von Gefäßen und sogar schon von kleineren Flachglasstücken ermöglichte. Es dauerte noch bis zum Mittelalter, bis die Glasscheibe nach Europa kam und noch bis zum 19. Jahrhundert, bis Flachglas industriell hergestellt werden konnte.

Glas entsteht zu etwa 75% aus Quarzsand. Der Rest ist überwiegend Natriumsulfat und Kalzium. Die Bestandteile werden um Altglas ergänzt und bei ca. 1.600°C geschmolzen. Sie erkalten über Stunden in flachen, mit Zinn gefüllten Wannen. Bei diesem langsamen Erkalten werden die Moleküle nicht - wie bei Metallen üblich - zu Kristallen eng gepackt. Es ist auch nicht vollkommen flüssig, wenn es ausgegossen wird und nimmt seine Form als Flachglas erst langsam in den Wannen an.

Die Abrundungen entstehen im Glas durch nochmaliges Erwärmen, diesmal allerdings nur auf ca. 600°C. Vorgespannt wird es durch gezieltes, rasches Abkühlen mit Ventilatoren. Dieses Glas wird als Seiten- und meist auch als Heckscheibe verwendet. Es hat durch das Vorspannen eine höhere Stabilität, ist aber empfindlicher gegen punktförmige Belastung und das Abplatzen kleinster Splitter. Eine solche Glasscheibe kann z.B. durch einen leichten Hammer mit kleiner Schlagoberfläche eher zerstört werden als durch einen schweren mit großflächiger Auftrittsfläche. Sie zerfällt beim Bruch in ungefährliche, wenig scharfkantige Krümel. Heiz- oder Antennendrähte können hier nur von innen durch Siebdruck mit Silberanteilen ergänzt werden.

Verbundglas muss nach jedem Erwärmen immer langsam abgekühlt werden. Nach dem Walzen sind die Scheiben dünner und werden zu Mehrschichtscheiben mit Folien als Zwischenlagen. Diese sind übrigens vor dem Erwärmen undurchsichtig, verkleben die einzelnen Schichten und wenn alle Luft zwischen der Folie und den beiden Scheiben entwichen ist, sind sie vollkommen durchsichtig.

Windschutzscheiben müssen schon seit über 30 Jahren so aufgebaut sein. Die Verwendung als Seiten- und Heckscheibe ist möglich und etwas günstiger für die Insassen und den Diebstahlschutz. Die Folie kann Heiz- und/oder Antennenleitungen aufnehmen und natürlich auch leicht getönt sein. Bis zu 500 extrem dünne (0,01 Mikrometer) Folien sind möglich. Derzeit gibt es sie in fünf Schichten als Lärmschutz gegen Aufpreis im Passat. Noch toller erscheint die Aussicht, auch ohne Garage nie wieder Eis kratzen zu müssen. Das Fraunhofer-Institut entwickelt gerade eine Beschichtung aus Zinn-Indium-Zinn-Oxyd, die nicht nur die Scheibe wärmer hält, sondern auch noch etwas kratzfester.

Folienartig kann neuerdings auch Glas sein, biegbar und z.B. 0,1 Millimeter dünn, natürlich dann auch nicht mehr sehr schwer. Es entsteht, wenn man die Glasschmelze zu beiden Seiten einer Rinne überlaufen lässt und beide Seiten nach einer gewissen Strecke wieder zusammen führt. Dadurch entstehen zwei spiegelglatte Flächen auf jeder Glasseite, anders als wäre eine von ihnen im Zinnbad erkaltet. Durch ein gezieltes Salzbad bei relativ hoher Temperatur werden die Oberflächen hart und kratzfest. Bis zur Breite von LCD-Bildschirmen ist man schon gekommen und auch deren Fähigkeiten, als Tastendrücke an einen Computer weiter zu geben und ihm als Touchscreen-Montior zu dienen ist wohl nicht mehr weit. 01/12

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