E-Mail


A    B    C    D    E    F    G    H    I    J    K    L    M    N    O    P    Q    R    S    T    U    V    W    X    Y    Z
Mobiles

Buchladen
Prüfungen/Tests

Radwechsel (Sim.)
Kraftstoff sparen
Geschichte
Formelsammlung
Reisen


Ganz neu ...

Ganz neu ...


Elektromobilität
E-Mobitiltät 1
E-Mobitiltät 2
E-Mobitiltät 3
E-Mobitiltät 4
E-Mobitiltät 5
Hybridantrieb
Hybridantrieb 1
Hybridantrieb 2
Hybridantrieb 3
Hybridantrieb 4
Hybridantrieb 5
Lithium-Ionen Batterie
Synchronmotor
Geschichte
2010 E-Fahrrad
2010 E-Smart
2008 Tesla Roadster
2001 Segway
1997 City-El
1993 VW Golf Stromer
Begriffe
Atkinson 1
Atkinson 2
Start-Stopp Automatik 1
Start-Stopp Automatik 2
Start-Stopp Automatik 3
Start-Stopp Automatik 4
Bremsrekuperation
Wallbox
Range Extender
Microhybrid
Vollhybrid
Geschichte
Aufgaben Hybrid
Aufgaben Elektro


  Elektromobilität - so geht es ...





Stellen Sie sich vor, Sie fahren auf der Autobahn in einem E-Mobil, 1000 km, natürlich mit zweitem/r Fahrer/in. Sie haben richtig gelesen, E-Mobil. Kein Hybrid, kein Range-Extender. Das ist alles nur Ballast.

Ach ja, die momentane Reichweite wird Ihnen mit 57 km angezeigt. Die nächste Tankstelle ist 5 km, die übernächste 42 km entfernt. Sie wählen die nächste, weil die durch ein blaues 'E' gekennzeichnet ist. Nein, die Spuren 1 - 4 mit den Zapfsäulen lassen Sie links liegen. Sie fahren in Spur 8 ein, die gerade frei ist.

Sie entriegeln die vordere Haube, steigen aus und klappen diese hoch. Da Ihr E-Antrieb ziemlich weit unten an den Antriebswellen angeflanscht ist, wird die Frage ob Front- oder Heckantrieb zur Nebensache. Sie sehen nur sieben Batteriemodule, die Ihnen in Reih' und Glied jeweils ihren Griff entgegenstrecken, hinten unten mit einer Steckleiste verbunden, aber einzeln von dieser abziehbar.

Die Steckleiste im Auto und an der Tankstelle (1) hat am Anfang Probleme bereitet. Immerhin geht es um 450 Volt (Gleich-) Spannung im Batterie-Modul und in der Steckleiste. Inzwischen sind die Anschlussstellen auf beiden Seiten völlig gekapselt. Manche Hersteller bezeichnen sie sogar als 'wasserdicht'. Nur ganz kurz vor dem Andocken merkt das die Elektronik und öffnet die Kapselung, unerreichbar z.B. für jede Kinderhand.

Rechts neben den sieben Modulen die gleiche Reichweitenanzeige wie auf Ihrem Armaturenbrett-Display. Links neben Ihnen, wo normalerweise die Zapfsäulen stehen, noch einmal Reihen von alles gleichen Modulen, viel mehr, als in Ihr Auto passen würden. Über jedem dieser Module ist eine Anzeige der Restkapazität und des momentanen Preises angeordnet.

Sie beginnen zu tauschen, alle Ihre raus und möglichst starke rein, weil Sie heute noch Strecke machen und 'Tankstopps' vermeiden wollen. Während des Tauschens ist Ihre Restreichweite auf 210 km geklettert. Sie wundern sich selbst ein wenig, betrug die doch mit den besten Batterie-Modulen weniger als 150 km, als Sie dieses Auto vor knapp 4 Jahren kauften. Da sieht man einmal mehr die Leistung der Batteriehersteller.

Übrigens hat Ihr Tankvorgang kaum länger gedauert, als hätten Sie 20 Liter getankt. Bezahlen können Sie jetzt genauso im Shop wie beim Tanken von Benzin, oder direkt am Platz per Kreditkarte. Der Preis wird Ihnen angezeigt, seit Sie das erste Modul entnommen haben. Allerdings wird Ihnen für jedes abgegebene Modul ein Betrag von der Rechnung abgezogen.

Sie haben diesmal Glück. Weil Sie schon die ganze Zeit mit eher hochwertigen Batterien unterwegs sind (Strecke machen!), ist der Preis für die 'Tankfüllung' nicht so furchtbar hoch. Jedes Batterie-Modul enthält nämlich ein Energiemanagement, dessen Restwertanzeige für die jeweilige Batterie geeicht ist. Diese spielt bei der Anzeige des Preises eine größere Rolle als die enthaltene Ladungsmenge.

Wenn also jemand bis zum Monatsende mit seinem Geld nicht auskommt, kann er/sie auf immer billigere Batterien umsteigen. So kann es passieren, dass man beim 'Tanken' trotz gestiegener Reichweite noch Geld herausbekommt. Das ist dann wie bei leeren Flaschen im Supermarkt. Manche Leute bringen halt nur Flaschen zurück.

Wissen Sie noch, bei welcher Gelegenheit Sie an den Kauf eines E-Mobils gedacht haben? Es war, als die Hersteller sich mit den Mineralölkonzernen auf dieses fabelhafte System geeinigt hatten und keine lästige Monatsmiete für Batterien mehr forderten. Als das mit den laufenden Kosten für Batterien erledigt war, da sahen Sie Ihre Chance gekommen, ein Elektroauto zu fahren.

Sie zahlen jetzt nach echtem Verbrauch und Batterieverschleiß und nicht monatlich, egal wie viele Kilometer Sie elektrisch zurückgelegt haben. Und wenn jemand sein Auto dauernd zu Hause auflädt, zahlt er doch irgendwann einmal, wenn er seine arg strapazierte Batterie an der Tankstelle gegen eine andere tauschen will. Und in der Zeitung haben Sie gelesen, dass auch die Regierung von dem System überzeugt ist und es sogar noch etwas subventioniert, um den Kauf von E-Mobilen noch mehr anzukurbeln.

Bleibt noch die Frage, wie groß man sich ein einzelnes Batteriemodul vorzustellen hat. Für Pedelecs und E-Bikes wäre es zu groß, aber E-Motorräder bringen sogar zwei davon in einem schicken Case unter. Rechts und links neben dem Hinterrad, just da, wo früher die Packtaschen oder Koffer waren. Das gibt dann richtig viel Reichweite, und 'Nachtanken' wie die Autos können diese Bikes auch.

Ach ja, genau wie früher bleiben Autos wegen 'Spritmangel' liegen, weil die Fahrer die Distanz zur nächsten Tankstelle falsch eingeschätzt haben oder diese noch nicht auf die neue Zeit umgestellt ist. Früher hatte man vermutet, dass E-Mobile in einem solchen Fall abgeschleppt werden müssten. Es geht aber einfacher, nämlich ein Modul wie den früheren Reservekanister mit zur nächsten E-Tankstelle nehmen und austauschen.

Inzwischen blüht natürlich der Zubehörmarkt. Sie können sich in speziellen Werkstätten flache Steckleisten für den Gepäckraum nachrüsten lassen. Dann haben Sie die Wahl, entweder mit weniger Gepäck viel Reichweite oder umgekehrt zu erzielen. Auch Auslesegeräte des batterieeigenen Controllers gibt es, um die Güte bzw. den Wert des jeweiligen Moduls auch ohne Fahrt an die Tankstelle auslesen zu können.

Und die schweren Geländewagen? Die haben dann hinten und vorn E-Antrieb und wegen der Höhe/Länge ihrer Motorhaube genügend Platz für zwei Reihen von Batterie-Modulen. Das Tauschen an der Tankstelle dauert zwar etwas länger, aber die haben auch früher schon länger gebraucht, ihre vergleichsweise großen Tanks zu füllen. Leider aber nehmen auch die Diebstähle von gerade betankten SUVs zu. Die Wagen werden wenig später gefunden. Die Batterien konnten von den Dieben sehr leicht zu Geld gemacht werden.

Als Konsequenz überlegt man jetzt eine innere Kodierung aller Batterien, damit die Daten geklauter Batterien übers Internet an alle Tankstellen weitergegeben und diese nicht mehr rückgetauscht werden können. Auch sollen eventuell Schranken das Fahren aus der Spur ohne Bezahlung verhindern. Ganz Clevere haben sogar schon den Controller der Batterien so manipuliert, dass er alte als völlig neu anzeigt.

Es ist ein neues Ladesystem für Tankstellen im Gespräch, das in Zeiten hohen Stromverbrauchs die Aufladung der Batterien verlangsamt oder sogar umgekehrt die Abgabe ins Netz ermöglicht. Das soll durch beschleunigten Wechsel des Preises für eine kWh geregelt werden. Wenn alle Tankstellen umgestellt sind, spart man enorm an Kapazitäten für die Stromspeicherung und evtl. auch beim Netzausbau. 09/12


kfz-tech.deImpressumStichwortverzeichnis