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Dämpfer 6 - Elektronik



Continuous Damping Control

Aufgabe

Man kennt sie, die sportlichen oft auch tiefer gelegten Fahrzeuge, bei denen man im Innenraum spürt, ob das Geldstück nun auf der Vorder- oder der Rückseite überrollt wurde. In der weniger verschärften Form ist so eine Federung und besonders auch Dämpfung gar nicht so schlecht. Wer hat nicht schon einmal bei einer braven Alltagslimousine bei hoher Geschwindigkeit ein mulmiges Gefühl. Der Bodenkontakt erscheint gerade dann gering, wenn man ihn am meisten brauchen könnte.
Aber wer will schon dauernd mit einer solch harten Dämpfung fahren, wenn der Schwiegermutter auf dem Beifahrersitz die Zähne klappern. Schön wäre es, wenn man (während der Fahrt) wählen könnte. Und wenn zusätzlich sich die Dämpfung in kritischen Situationen schlagartig verhärten würde. Genau so ein System mit kontinuierlicher Einstellbarkeit gibt es jetzt sogar für die bezahlbare Mittelklasse.

Funktion

Am Bild oben fällt die wichtigste Neuerung sofort auf, das Proportionalventil unten links am Dämpferrohr. Es kann auch im Dämpferkolben integriert sein mit Stromanschluss über die Kolbenstange. Da aber hier der Dämpfer höher baut und auch seine Effektivität leidet, kommt der äußere Anbau häufiger vor. Das gleiche gilt auch für die Hinterachse (siehe oben). Hier ersetzt es beim Zweirohrdämpfer das Bodenventil und steuert den Zu-/Abfluss von Hydrauliköl zum/vom Zwischenraum.
Eine elektronische Dämpfung gibt es schon länger. Neu an dieser Anlage ist die Möglichkeit, statt drei fast beliebig viele Kennlinien zu ermöglichen und das binnen Millisekunden, also auch in der Kurve bei kritischen Gier- oder Kippmomenten. Die Ausstattung mit Sensoren und damit die Möglichkeiten hängen vom jeweiligen Hersteller ab. Neben der Sporttaste kommen Sensoren für das Gieren und die Fahrzeug- bzw. Aufbaubeschleunigung in Frage. Zusätzlich sind die Bewegungen des Lenkrades und der Räder wichtig.
Wenn man die Liste der Sensoren sieht, fällt einem sofort das Sicherheitssystem ESP ein. Hier gibt es schon Vernetzungen. Zu erwarten ist, dass künftig die Fahrsicherheit und Wahl einer sportlicheren Dämpfung von einem Steuergerät kontrolliert wird.

Kontrolle

Nach Agaben der Hersteller dauert es nur 1-2 Millisekunden, bis eine neue Einstellung wirksam ist. Dabei wollen wir jetzt unberücksichtigt lassen, ob dies durch Magnetventile eher außerhalb oder sogenannte Linearmotoren innerhalb des Dämpfers. Letztere sind an dem deutlich größeren Durchmesser des Dämpfers zu erkennen. Übrigens ist das Tieferlegen bei einer solchen Anlage grundsätzlich problematisch. Auf keinen Fall reicht es, die Federn auszutauschen. Ob man die Elektronik anpassen kann und darf, muss am Einzelfall geprüft werden.

Fehler an den Dämpfern werden zunächst so gesucht wie bei konventionellen Dämpfern auch, z.B. die Frage, ob Dämpferöl austritt. Zu der Verkabelung der Bremse kommt jetzt die an der Dämpfung hinzu. Also ist deren Verlegung zu beachten. Die Konstruktion ist natürlich so geplant, dass für die Aktuatorik möglichst geringe Ströme nötig sind, weil hohe Ströme einerseits das Bordnetz stärker belasten und andererseits eine langsamere Wirkung entfalten.

Ist ein Defekt erkannt, werden in der Regel ohnehin nur ganze Einheiten getauscht, beim kompletten Dämpfern natürlich achsweise. Auch Kabel werden nicht repariert, sondern erneuert. Wegen der außergewöhnlichen Lage im Zentrum von viel Luft- und Schmutzbewegung ist eine gute nachträgliche Abdichtung schwierig. Und wenn von den wenigen 1 bis 2 Ampere auch noch etwas verloren geht, braucht man sich über weitere Defekte in der Regelung nicht zu wundern.

Neu

Die S-Klasse 2013 von Mercedes wartet mit der Neuerung auf, dass die vor dem Fahrzeug liegende Straße gescannt wird und dadurch Bodenwellen erkannt und glattgebügelt werden. Die Insassen spüren dann fast nichts mehr davon. Die Forschung bei Audi will so ein System der Straßenbeobachtung zusammen mit Navi-Daten nutzen, um Kurven rechtzeitig zu erkennen und diese durch verstellbare Federung/Dämpfung für Beifahrer/innen mit Augenbinde nicht mehr wahrzunehmen sind. Das soll besonders den Menschen helfen, denen beim Autofahren oft schlecht wird. 08/13









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