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  Elektronisches



Ab 2014 für jeden EU-Neuwagen vorgeschrieben.


Das Elektronische Stabilitätsprogramm soll durch gezielten Einsatz einzelner Radbremsen ein vorderes oder hinteres Ausbrechen des Fahrzeugs verhindern. ESP kann nicht die Wirkung von Fliehkräften aufheben. Aber es kann die Kippgefahr notfalls durch gezieltes oder sogar scharfes Bremsen (Rollover-Protection) verhindern. Das System greift auch sonst über die Bremsanlage ein. Neu ist die Kombination mit bestimmten Allradfunktionen, die auch noch von Gasgeben begleitet sein können.
Eigentlich hat das System bis auf den Preis nur Vorteile. Folgerichtig ist es in Fahrzeugen ab der Kompaktklasse aufwärts zumindest in Deutschland zu mehr als 90 Prozent vertreten. Etwas Nachholbedarf gibt es nur noch bei Kleinwagen, in denen allerdings viele Fahranfänger sitzen. Immer noch ist bei der Hälfte der Unfälle ein Fahrzeug ins Schleudern gekommen, was durch ESP zu 80 Prozent hätte verhindert werden können. Deshalb ist es besonders unverständlich, dass 2007 nur 20 Prozent der Kleinwagen damit ausgerüstet sind. Eine generelle Lösung wie bei ABS wäre anzustreben.

Gezielter Bremseneinsatz, Erweiterung von ABS

Ein ESP-System funktioniert nur in Verbindung mit Anti-Blockier-Systemen. Zusätzlich zu einer ABS-Anlage sind eine Hydraulikpumpe ohne zusätzlichen Elektromotor und vier Magnetventile nötig. Die ABS-Sensoren werden ergänzt durch Längs- und Querbeschleunigungsaufnehmer und einen Fühler für das Gieren, die Drehbewegung um die Hochachse. Auch die Lenkradstellung muss bei den Berechnungen einbezogen werden. Einzelne Radbremsen können durch die zusätzliche Hydraulikpumpe und Magnetventile Druck erhalten.
Wenn das Fahrzeug beim Untersteuern in der Kurve vorne ausbricht, kann ein gezieltes Abbremsen des hinteren kurveninneren Rades ein Gegensteuern einleiten. Den gleichen Effekt hat das Abbremsen des vorderen kurvenäußeren Rades beim Übersteuern. Es kann sogar beides in abgestufter Form nacheinander eingesetzt werden, um das Fahrzeug wieder in die Spur zu bringen und damit beherrschbarer zu machen. Voraussetzung dazu ist ein relativ frühzeitiges Eingreifen. Wenn das kurveninnere Rad durch sehr starke Wankbewegung erst in der Luft hängt, kann es beim Bremsen keinen Einfluss mehr auf das Giermoment haben.

ESP in die gestufte Fahrwerksverhärtung integriert

Zusätzlich wird durch die Bremsmanöver die Geschwindigkeit herabgesetzt. Konservativ eingestelltes ESP bewahrt Fahrer(innen) vor zu riskanten Manövern. Für besonders sportliches Fahren mit kalkuliertem Drift ist es deshalb bei einigen Fahrzeugen sehr tolerant eingestellt und häufig für besonders sportliches und riskanteres Fahren abschaltbar. Das Elektronische Stabilitätsprogramm der zweiten Generation ist in der Lage, mehrere Räder gleichzeitig gezielt abzubremsen. Während früher immer eindeutig beim Bremsen die ABS-Funktion (Bremse lösen) und sonst die ESP-Funktion (einzelnes Bremsen) möglich war, kann jetzt auch das Lösen einer Bremse innerhalb einer von ESP gesteuerten Funktion vorkommen, wenn z.B. durch zu starkes Bremsen das vordere, kurvenäußere Rad die nötige Seitenführung verliert.
Auch die Funktion der Parkbremse, das Trocknen von Bremsscheiben durch kurzzeitiges, sanftes Anlegen der Beläge und die Erzeugung von erhöhtem Vordruck in der Bremsanlage kann von ESP mit übernommen werden. Die weiteren Entwicklungen werden wohl zu einer aktiven Regelung gehen. Dabei greift ESP bei Bedarf auch aktiv in die Lenkung ein. Es gibt inzwischen Allradantriebe, die beschleunigen gezielt Räder, statt andere abzubremsen.

Vorsicht für Stellglieddiagnose bei Sicherheitssystemen

Bei allen Sicherheitssystemen, darunter natürlich auch ESP, ist bei Testfahrten die Stellglieddiagnose nur bedingt möglich, in der Regel nur bei ganz geringen Geschwindigkeiten. Das ist auch nur zu verständlich, könnte doch bei einer Probefahrt das plötzliche Auslösen einer Radbremse zu unkalkulierbaren Fahrmanövern und damit Unfällen führen. 09/08

Bei sehr sportlichem Fahren blinkt die ESP-Lampe häufig. Vielleicht wird sie deshalb so oft ausgeschaltet. Dämlich wäre es allerdings, mit so viel Sicherheitsausstattung an Bord einen Unfall zu bauen.





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