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  Common Rail - Reparatur 2






Injektoren sorgen vielfach in Werkstätten für Kummerfalten, je älter sie sind, desto mehr. Sie scheuen das Risiko des Ausbaus, fragen zuerst die Kunden, ob die das Risiko übernehmen. Nein, nicht das eines neuen Injektors, denn der ist mit 300 bis 400 Euro vergleichsweise billig. Hier ist eher ein möglicher neuer Zylinderkopf gemeint, der mit vielleicht zehnfachen Kosten zu Buche schlägt.

Warum stellen die Injektoren so ein Problem dar? Stellen Sie sich kleine metallene Rohre vor, die auf der einen Seite gut sichtbar mit der Rail verbunden sind und bis in den Brennraum ragen. Nur ein kleiner Kupfer-Dichtring schützt die Umgebung des eng eingepassten Rohres davor, langsam festzubacken. Deshalb hat eine Undichtigkeit an dieser Stelle eine so kostenträchtige Wirkung.

Wie immer gibt es auch hier ein abgestuftes System von Problemlösungen. Muss ein womöglich auch noch mit seinem Nachbarn verbundener Injektor raus, ist in jedem Fall der Einsatz chemischer Mittel von Vorteil. Die wirken zwar nicht direkt, helfen aber bei den nächsten Verrichtungen. Denn jetzt kommt der Hebel zum Einsatz, der ja bekanntlich die Kräfte vervielfacht.

Aber Vorsicht, besonders bei langen Hebeln kommt es nicht nur auf den Angriffspunkt am Injektor, sondern auch den am Zylinderkopf an. Ich sehe da grade so einen filigranen, aus Leichtmetall gegossenen Ventildeckel vor mir, der als Widerlager für das gewaltsame Austreiben des Injektors benutzt wird. Das gibt vielleicht nur ein kleines Knacken und schon hat das Teil einen Riss.

Umgekehrt sollte der Hebel natürlich auch nicht unbedingt beim Injektor am Gewinde für den Leitungsanschluss angesetzt werden. Lange Rede, kurzer Sinn: Hebeln will gelernt sein, sonst vergrößert sich der Schaden allzu rasch. Übrigens gibt es als nächstes ein Werkzeug, das aus einem am Injektor angesetzten langen Rohr besteht, auf dem eine größere Masse quasi wie ein Hammer nach oben geschlagen werden kann.

Löst sich der Injektor immer noch nicht, muss man ihn endgültig aufgeben, um wenigstens den Zylinderkopf zu retten. Um die Beschreibung nicht zu lang werden zu lassen, hier das vorläufig finalste, eine hydraulische Vorrichtung zum Lösen von Injektorhüllen. Ob man die Injektoren vielleicht eher ausbauen kann, wenn man den Zylinderkopf abnimmt, lassen wir jetzt einmal dahingestellt sein.

Übrigens ist die Arbeit an der vom Injektor verlassenen Bohrung auch nicht leicht. Denn hier haben sich viele Rückstände gebildet und vielleicht auch schon den Dichtsitz angegriffen. Viel Arbeit, vielleicht auch mit vorsichtigem Fräsen des Dichtsitzes verbunden, bevor ein Injektor hier wieder einen dichtsicheren Platz findet.12/12



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