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Autokauf 3 - Kredit


Ein Auto auf Kredit kaufen? Es gibt merkwürdige Ansichten. Da argumentieren Leute tatsächlich so, dass, wenn man sich etwas partout nicht leisten kann, solle man es auf Kredit kaufen. Das ist natürlich Unsinn. Als wenn einem dann etwas geschenkt würde und man das Geld niemals zurückzahlen müsste. Wenn man sich also etwas von seinem Monatsbudget nicht leisten kann, dann auf Kredit erst recht nicht.

Allerdings, einen Kredit grundsätzlich abzulehnen wäre auch falsch. Stellen Sie sich Betriebe vor, die einen großen Auftrag erhalten und dazu Maschinen kaufen müssen. Hier überbrückt ein Kredit sinnvoll die Lücke zwischen sofortigen Ausgaben und später zu erwartenden Einnahmen.

Und für Privatleute? Es gibt Leute, die Autos grundsätzlich neu kaufen. Sie wissen, dass so ein Auto in den ersten Jahren viel an Wert verliert, kompensieren das aber damit, dass sie das jeweilige Auto lange fahren. So sparen sie viele Jahre lang Reparaturkosten und entscheiden später vor jeder Reparatur, ob diese noch lohnt.

Wenn solchen Leuten z.B. während des Hausbaus das alte Gefährt die Bitte nicht erhört, noch durchzuhalten bis das Haus fertig ist, kann es durchaus sinnvoll sein, den momentanen Engpass mit einem Kredit zu lindern. Stellen Sie sich vor, man kauft jetzt einen Gebrauchten und hat dann noch zusätzlich zur psychischen Belastung des Hausbaus Ärger mit Defekten und Reparaturen. Ganz abgesehen davon, dass man das Auto jeden Tag braucht.

Allerdings vergessen viele Leute, beim Kreditgeber die richtigen Fragen zu stellen. Nein, Prozentzahlen sind kein guter Weg zum Verständnis. Die haben immer etwas Relatives. Das erinnert mich an die Floskel 'bis zu 30% Nachlass'. Was soll das eigentlich bedeuten? Bin ich unter den Glücklichen, denen dieser Nachlass gewährt wird? Oder hat der Laden vielleicht nur ein für mich absolut uninteressantes Teil, auf das dieser Nachlass gewährt wird?

Also, für den Hinweis auf z.B. '2 Prozent' kann ich mir nichts kaufen. Außerdem ist es ja umgekehrt. Ein Kreditnehmer wird sich auf absehbare Zukunft weniger leisten können. Natürlich hätte er besser gespart und sich dann die Ausgabe geleistet. So verdient der Kreditgeber mit. Und genau diesen Anteil würde ich mir auf Heller und Pfennig ausrechnen lassen.

Da gibt es z.B. Leute (wie mich auch), die haben ganz selten aber bestimmt das Gefühl, sich belohnen zu müssen. Vielleicht fehlt dazu aber gerade das Geld. Bis hierher ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn diese Leute ehrlich gegen sich selbst sind, lassen sie sich vor dem Kauf auf Pump ausrechnen, wie viel das Objekt der Begierde mehr kostet. Dann können sie mit sich selbst ringen, ob ihnen der Wunsch das wert ist.

Diese Vorgehensweise hat noch einen Vorteil: Man kann vergleichen. Auch das tut man am besten mit realen Zahlen. Denn bei Prozentzahlen gibt es die Tragik, dass 'pro centum' 'von Hundert' heißt. Es gibt also immer den Bezug auf eine real-existierende Summe. Aber auf welche? Die Einführung von Prozentzahlen war der erste Sündenfall. Seitdem kann man mit Statistiken fast alles beweisen.

Wenn Sie also um einen Privatkredit von z.B. der BLSK, Ihrer Bank oder vergleichbaren Anbietern nachsuchen, lassen Sie sich die Gesamtsumme für alle Jahre geben, über die der Kredit läuft. Sollte da jemand des Wort 'variabel' in den Mund nehmen und deshalb Ihr Anliegen nicht erfolgreich bearbeiten können, verlassen Sie sofort die Verkaufsräume. Glauben Sie mir, man kann Schwierigkeiten mit dem Geldausgeben vermeiden, wenn man bei jedem Kauf berücksichtigt, was er exakt an Geld verschlingt. 02/14


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