Benzin soll im Sommer mit mehr schwersiedenden Anteilen der Dampfblasenbildung entgegen wirken und geringfügig mehr Energie enthalten. Im Winter wird durch mehr leichtsiedende Bestandteile der Kaltstart erleichtert und es gelangen weniger schwersiedende und damit nicht verbrennende Anteile in das Motoröl. Benzin (Ottokraftstoff) soll früh sieden, leicht vergasen und dabei trotzdem möglichst zündunwillig sein.
Funktion
Benzin besteht aus stärker vernetzten Kohlenwasserstoffen. Sie werden durch Destillation von Erdöl gewonnen. Hierbei werden die Inhaltsstoffe nach ihrem Siedepunkt getrennt. Um ihren Anteil von ca. 30% zu erhöhen, sind besondere Verfahren wie z.B. das Cracken (Zerkleinern von Großmolekülketten) üblich. Die für Benzin typische hohe Klopffestigkeit entsteht durch Vernetzung der Molekülketten (Polymerisation). Wichtige Eigenschaften wie z.B. die Vermeidung von Verkokungen an Einlassventilen werden durch Additive erreicht. Die hohe Klopffestigkeit und die damit verbundene Zündunwilligkeit von Benzin hat mit dem Arbeitsprinzip des Benzinmotors zu tun. Beim Verdichten darf sich der im Brennraum anwesende Kraftstoff keinesfalls selbst entzünden. Erst zum vom Steuergerät exakt berechneten Zündzeitpunkt soll(en) die Zündkerze(n) das Gemisch entzünden. Je höher dabei die Verdichtung sein kann, desto besser sind der Wirkungsgrad und das Leistungsvermögen des Benzinmotors. Der Flammpunkt ist die Temperatur, bei der entflammbare Dämpfe entstehen. Er beträgt bei Benzin -20°C, die Zündtemperatur liegt bei 240°C (vgl. dazu Dieselkraftstoff). Damit gehört Benzin der Gefahrenklasse AI (Flammpunkt unter 21°C) an.
Wichtig
Benzindämpfe sind unsichtbar, schwerer als Luft und hoch explosiv.