| Film dazu |
| Der korrekte Abstand ist lebenswichtig. |
Man sieht leider noch häufig Autofahrer(innen), die viel zu nah am Lenkrad sitzen. Wenn hier ein Airbag auslöst, kann das schon zu spät sein und der Druck des Airbag mit der Begrenzung durch die Rückenlehne lebensbedrohend sein.
Zwei Faustregeln dazu:
1. Mindestens 25 Zentimeter Abstand zwischen Oberkörper und Lenkrad halten.
2. Bei relativ steil stehender Rückenlehne muss man den oberen Teil des Lenkrads greifen können und gleichzeitig noch mit dem unteren Schulterblatt die Lehne berühren.
Natürlich muss man die Pedale durchtreten können. Dabei sollten die Knie nicht ganz durchgedrückt sein. Die Oberkante der Kopfstütze sollte über der Augenhöhe sein. Beifahrer suchen am besten ebenfalls eine bequeme Position möglichst weit hinten. Beide achten bitte unbedingt darauf, dass der Gurt immer relativ straff und natürlich nicht irgendwo verdreht anliegt.
| Supplement Restrain System (Ergänzendes Rückhaltesystem) |
| Ein Luftsack braucht in der Regel 8 Sensoren. |
Frühere Statistiken wiesen den Frontalaufprall als den häufigsten aus. Neuere gehen von mehr Seitenkollisionen aus. So kam es, dass zunächst die Airbags vorne platziert wurden, heute in nahezu allen Autos. Trotz angelegter Gurte und Gurtstraffer kann es zum Aufprall auf Lenkrad/Armaturenbrett oder zu unzulässigen Verzögerungen im Kopfbereich (Gefahr des Schleudertraumas) kommen. Airbags mildern diese Problematik deutlich. Sie werden bei modernen Fahrzeugen durch mehr und verbesserte Sensoren (z.B. Erkennung der Sitzbelegung) nur noch ausgelöst, wenn es auch tatsächlich nötig ist. Dabei wird z.T. sogar ein Kindersitz erkannt. Zusätzlich kann demnächst auch die Position des zu schützenden Menschen ermittelt werden. Daraufhin löst der Luftsack teilweise, ganz oder gar nicht aus, wichtig z.B. auch für Seiten-Airbags.
| Große und kleine Luftsäcke rechtzeitig austauschen. |
Der Airbag gehört eindeutig zu den passiven Sicherheitsmaßnahmen, weil er die Unfallfolgen mildert. Er besteht aus einem zusammengefalteten Luftsack im Lenkrad (Bild 4), im Armaturenbrett, in der Sitzlehne oder am Dachrand bzw. in der B/C-Säule. Es gibt zwei Arten von Lenkrad-Airbags, eine etwas kleinere europäische Version mit 30/70 Litern (Faherer/Beifahrer) und eine größere, ursprünglich amerikanische mit ca. 80/150 Litern Inhalt (Full Size). Obwohl bei der letzteren auch an nicht angeschnallte Personen gedacht wurde, gehört zum Airbag grundsätzlich ein Sicherheitsgurt mit Gurtstraffer. Bei Sitz-Airbags dürfen nur zugelassene Schonbezüge verwendet werden. Ältere Airbags sollten auf einen vorgeschriebenen Austausch (z.B. 10 Jahre) hin geprüft werden, bzw. ist deren Austausch vorgeschrieben.
| Weißer Sprengstoff gehört dazu. |
Ab 30 km/h wird der Airbag bei 2 g (2 * 9,81 m/s²) Längs- oder Schrägverzögerung (bis zu 30°) von einem Gasgenerator in ca. 50 Millisekunden vollständig oder von einem zweiten Gasgenerator zunächst teilweise aufgeblasen. Allerdings entweicht die Luft über genau definierte Ausströmöffnungen und bestimmt so die Form mit. Im Lenkradpralltopf und z.B. auf der Beifahrerseite ist meist eine komplette Airbag-Einheit mit Nylon-Luftkissen, 1 oder 2 Gasgeneratoren und Prallplatte mit Sollbruchstellen eingebaut. Bei einmal ausgelöstem Airbag sollte die gesamte Anlage ausgetauscht werden.
| Unnötige Auslösung muss unbedingt vermieden werden. |
Nach mehr als 100 Millisekunden ist der Luftsack wieder platt, um z.B. evtl. Rettungsmaßnahmen nicht zu behindern. Von zwei Sensoren vorn, je zwei in Türen und B-Säule und einem im Steuergerät müssen mindestens zwei ein Crahsignal abgeben. Außerdem geht ein zweiter Controller im Steuergerät die Daten noch einmal durch. Trotzdem dauert es nur 50 Mikrosekunden bis zur eventuellen Zündung. Dabei wird in der Regel zwischen verschiedenen Aufprallarten und anderen, auch heftigen Bewegungen des Fahrzeugs unterschieden.
| Crashaufzeichnung, Hilferuf und Fehlersuche im Steuergerät |
Für Fahrer(innen) ist die Beachtung der Airbag-Kontrollleuchte wichtig. Sie leuchtet kurze Zeit nach dem Einschalten der Zündung auf und testet das gesamte System. Sie simuliert den Auslösefall, ohne eine Auslösung wirklich durchzuführen. Erst eine dauerhaft brennende Kontrollleuchte deutet auf einen Fehler hin. Diese sollte dann aber auch umgehend zur Reparatur führen, denn eine Fehlauslösung ist von nun an nicht mehr garantiert. Moderne Steuergeräte zeichnen sogar alle Messwerte während eines Crashs auf und sind durch Vernetzung über Funk in der Lage, Hilfe zu initiieren.
| Kurzschlussstecker verhindern Fehlauslösung |
Ganz wichtig sind die Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten an Bereichen, in denen Airbags verbaut sind. Hier werden z.B. Kurzschlussbrücken verwendet, die bei abgezogenem Stecker eine Auslösung sicher verhindern. Der im Lenkrad eingebaute Gasgenerator ist mit der Bordelektrik in der Regel über eine aufgewickelte Leiterbahn verbunden. Diese muss beim Einbau z.B. des Lenkrads in exakt der gleichen Weise wieder angeordnet sein, da sie genau den möglichen Lenkradumdrehungen angepasst ist.
| Sicherheitsauslösung vor Entsorgung, mit Kissen nach oben lagern. |
Grundsätzlich reicht es nicht, vor Arbeiten in der Nähe von Airbags das Massekabel der Batterie zu lösen. Auch bei Ausfall der Bordelektrik kann der Airbag durch eine sogenannte Energiereserve (z.B. vorher aufgeladene Kondensatoren) gezündet werden. Im Zusammenhang mit der Airbag-Technologie kommen auf die Entsorgung von Fahrzeugen oder Fahrzeugteilen neue Aufgaben zu. Jeder Airbag muss vor der Verschrottung ausgelöst werden, um spätere Unfälle zu vermeiden. Immerhin entstehen dabei ca. 600 bar Druck. Deshalb sind unbedingt die Sicherheitsbestimmungen zu beachten, natürlich auch bei der ganz normalen Lagerung von Airbags. 11/08